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Drohnen-Hersteller DJI : Chinas Regierung bekommt Zugriff auf unsere Drohnen-Bilder

Eine Drohne des Herstellers DJI Bild: dpa

Das Unternehmen DJI aus China verkauft fast drei von vier Drohnen auf der Welt – auch in Deutschland. Jetzt hat es mitgeteilt, wo die mit den Geräten geschossenen Bilder am Ende landen könnten.

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          Ein Menschenauflauf in der südchinesischen Wirtschaftsmetropole Shenzen, Stadtteil Huaiqiang, Mitte März: Dutzende Chinesen scharen sich um einen Straßenverkäufer von Drohnen der chinesischen Marke DJI. Deren Modell „Phantom“ wiegt 1,4 Kilo, steigt mit sechs Metern in der Sekunde in die Luft und fliegt dort mit 20 Metern in der Sekunde – eine knappe halbe Stunde lang, wenn der Nutzer an der Fernsteuerung es denn will.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Während der gesamten Zeit schießt die eingebaute Kamera Standfotos und Videos einer Auflösung von bis zu 4096 mal 2160 Pixeln. Diese Dichte entspricht der Monitorleistung von LED-Fernsehern, die in Deutschland für 1000 Euro angeboten werden. Die DJI-„Phantom“ kostet in der Bundesrepublik seit Marktstart vor drei Wochen gerade einmal 600 Euro mehr.

          Ob in China, Deutschland oder dem Rest der Welt: die günstigen Super-Drohnen des Unternehmens DJI, das seinen Sitz ebenfalls im südchinesischen Shenzen nahe der Grenze zu Hongkong hat, sind ein Renner. 2014 lag die Zahl der jährlich verkauften DJI-Drohnen bei 400.000 Stück weltweit. Für das vergangene Jahr hatten die Chinesen angekündigt, die Millionen-Stück-Marke zu knacken. Zahlen liegen noch keine vor,

          Was den wenigsten Käufern klar sein dürfte: die Bilder und Videos, die die Fluggeräte schießen und die über eine App auf dem iPad oder Smartphone des Besitzers synchronisiert werden können und in diesem Fall  auf den chinesischen Servern von DJI gespeichert werden (das Akronym steht für Da-Jiang Innovations, was auf Chinesisch etwa "große Ambitionen kennen keine Grenzen" bedeutet) könnten am Ende bei Chinas Regierung landen. Das hat DJI am Mittwoch offiziell eingeräumt. „Wir haben den Regulatoren gesagt, dass wir bereits sind, unsere Daten mit ihnen zu teilen“, sagte Unternehmenssprecher Zhang Fanxi vor Journalisten in der Konzernzentrale in Shenzen laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg

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          DJI teilte weiter mit, dass man mit der chinesischen Regierung in „Diskussionen“ über den Austausch von Daten der Kunden-Drohnen sei, die den Aufenthaltsort der Geräte beträfen ebenso wie die Flugbewegungen und „wahrscheinlich auch Videoaufnahmen“ der Nutzer. Diese würden anschließend „informiert“, wenn ihre Daten den chinesischen Behörden übergeben würden, sagte Zhang dem Bericht zufolge. Im Beipackzettel der verkauften Drohnen weist DJI bereits jetzt darauf hin, dass die Daten der Nutzer auf Servern in China, Hongkong und den Vereinigten Staaten gespeichert würden. „Wie andere Unternehmen auch“ übergebe man die Aufzeichnungen aus den Nutzer-Drohnen an die Behörden, falls deren Anfrage „berechtigt“ sei, so DJI.

          Ob die Forderung, die Bilder, Videos und Geodaten der Drohnen von Privatleuten einzusehen, „berechtig“ ist oder nicht, dürfte am Ende jedoch wohl eher nicht das Unternehmen DJI, sondern die autokratische chinesische Regierung entscheiden. Erst am Dienstag dieser Woche hat Chinas Staatspräsident Xi Jinping in einer Grundsatzerklärung vor den Vorstandschefs der größten IT-Konzerne des Landes betont, dass das Internet mit all seinen Daten in China unter Kontrolle des Staates stehe und damit unter Kontrolle der allein regierenden Kommunistischen Partei. In den größten Internetkonzernen des Landes sollen früheren Plänen zufolge beispielsweise ständige Polizeiwachen auf den Firmenfluren eingerichtet werden.

          Die Frage ist, wie sich das Bekenntnis von DJI, die Daten seiner auch außerhalb Chinas verkauften Drohnen an Pekings Sicherheitsbehörden auszuliefern, auf die Regulierung des DJI-Geschäfts im Ausland auswirken wird. In den Vereinigten Staaten stammen drei von vier verkauften Drohnen aus den chinesischen DJI-Fabriken. Im Januar 2015 stürzte eine DJI-Drohne des Modells „Phantom“ auf dem Rasen des Weißen Hauses in Washington, was Präsident Barack Obama dazu veranlasste, eine schärfere Regulierung der kleinen Flugobjekte zu fordern.

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