https://www.faz.net/-gqe-8j59m

Obamas Chefökonom : Grundeinkommen verschärft Ungleichheit

  • -Aktualisiert am

Jason Furman, Chefökonom im Weißen Haus, glaubt, ein bedingungsloses Grundeinkommen würde die Ungleichheit verschärfen (Archivbild von November 2013). Bild: AFP

Roboter nehmen Menschen Arbeitsplätze weg. Mit diesem Argument wird für das Grundeinkommen geworben. Doch der Chefökonom des Weißen Hauses sieht das anders.

          1 Min.

          Die Idee eines Basiseinkommens für alle, ob sie arbeiten oder nicht, hat in den Vereinigten Staaten Aufwind bekommen. Unternehmer im Silicon Valley und ihre Wagniskapital-Investoren sind dafür, linksprogressive Politiker aber auch Persönlichkeiten des konservativen Lagers, wie Charles Murray, einer der Vordenker des American Enterprise Instituts werben für die Idee.

          Jetzt hat der Chefökonom des Weißen Hauses, Jason Furman, in die inzwischen in vielen Industrieländern geführte Debatte eingegriffen in einer Rede an der New York University. Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens wird in den Vereinigten Staaten vor allem unter der Prämisse geführt, dass die ungefesselten Kräfte der Automation und der Künstlichen Intelligenz zwangsläufig Arbeitsplätze in großem Stil vernichten.

          Für Furman stellt sich das Problem aber anders da. Das Thema sei nicht, dass Automatisierung große Teile der Bevölkerung arbeitsunfähig mache. Vielmehr stelle sich das Problem, dass Arbeiter die Fähigkeiten und Kenntnisse vermissen lassen, um erfolgreich die guten, hochbezahlten Arbeitsplätze auszufüllen, die durch künstliche Intelligenz geschaffen würden. Er sieht nicht, dass die Roboter ein Problem neuer Art erzeugen.

          Basiseinkommen verstärkt Ungleichheit

          Das heißt aber nicht, dass die Anpassung nicht trotzdem schwierig ist. Er präsentierte in seiner Rede eine Statistik, derzufolge 83 Prozent aller Jobs mit einem Stundenlohn unter 20 Dollar durch Automatisierung bedroht sein, räumte aber zugleich ein das die Methodologie dieser Statistik umstritten sei. Die OECD kommt zu deutlich geringeren Werten.

          „Wir sollten keine Politik verfolgen, die die Möglichkeit aufgibt, dass Leute beschäftigt bleiben“, sagte Furman. Die Herausforderung sei viel mehr, die Leute für die neuen Beschäftigungen zu trainieren. Obamas Chefökonom sieht noch ein weiteres Problem: Das bedingungslose Basiseinkommen würde in jeder realistischen Spielart die Ungleichheit noch verschärfen, sollte es die klassische Sozialpolitik zur Bekämpfung der Armut ersetzen. Wenn alle das gleiche Geld kriegen, würden Arme nicht überproportional profitieren.    

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sicherheitszone in Syrien : Kramp-Karrenbauer auf Konfrontationskurs

          Die Verteidigungsministerin fordert eine internationale Schutzzone in Nordsyrien – und schließt auch den Einsatz deutscher Soldaten dabei nicht aus. Damit irritiert sie die SPD und vor allem Außenminister Maas. Die Kritik lässt nicht lange auf sich warten.

          Google Pixel 4 XL im Test : Unter dem Radar

          Google probiert im Pixel 4 einen neuen Sensor aus. Mit Hilfe von Radartechnologie lasst sich das Smartphone berührungslos steuern. Auch die Kamera überzeugt mit einer neuen Funktion.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.