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Canon, Sharp & Co : Japans Unternehmen kehren heim

Tokio mit dem Fuji Bild: AFP

Immer mehr japanische Unternehmen denken darüber nach, einen Teil ihrer ins Ausland verlagerten Produktion wieder zurück nach Japan zu holen.

          In einem Interview mit der Wirtschaftszeitung „Nikkei“ kündigte der Vorstandschef des Kamerakonzerns Canon, Fujio Mitarai, am Freitag in Tokio an, den Anteil der in Japan produzierten Produkte in den kommenden zwei Jahren von derzeit 40 auf 50 Prozent zu erhöhen. Zuvor hatten in dieser Woche bereits die Elektrokonzerne Panasonic und Sharp angekündigt, Produktion aus dem Ausland zurück nach Japan zu verlagern. Grund dafür ist der schwache Yen. Seit dem Beginn der extrem lockeren Geldpolitik im März 2013 hat die japanische Währung gegenüber Dollar und Euro stark an Wert verloren. Im Ausland produzierte Waren werden damit in Japan teurer, die Gewinne schrumpfen.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Panasonic machte in dieser Woche den Anfang. Um die negativen Effekte des schwachen Yen aufzufangen, wolle das Unternehmen einen Teil seiner „weißen Ware“ wieder in Japan produzieren, die derzeit vor allem in Fabriken in China hergestellt wird, hieß es. Jede Schwächung des Yen gegenüber dem Dollar lässt den operativen Gewinn Panasonics im Jahr um 1,8 Milliarden Yen fallen. So werden mittlerweile alle Mikrowellengeräte und 50 bis 60 Prozent der Waschmaschinen und Klimaanlagen, die in Japan verkauft werden, in China produziert. Die Produktion dort wird für Panasonic bei Lieferung der Ware nach Japan nicht nur wegen des schwachen Yen teurer. Auch die Arbeitskosten in China sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Durch die Rückverlagerung der Produktion will Panasonic etwa die Hälfte der negativen Effekte des schwachen Yens auffangen. Panasonic verkauft in Japan etwa 1,2 Millionen Mikrowellen und 2,3 Millionen Klimaanlagen pro Jahr. Mit Haushaltsgeräten will der Konzern im laufenden Wirtschaftsjahr, das am 31. März endet, bei einem Umsatz von 1,77 Billionen Yen etwa 37,5 Milliarden Yen an operativem Gewinn erwirtschaften. Panasonic-Präsident Kazuhiro Tsuga sagte, er hoffe, den Kunden in Asien mit Produkten „made in Japan“ dazu zu bringen, mehr „weiße Ware“ des Unternehmens zu kaufen.

          Canon-Chef Mitarai erklärte, sein Unternehmen habe nicht vor, wegen der teilweisen Rückverlagerung der Produk-tion nach Japan Fabriken im Ausland zu schließen. Vor allem preiswerte Massenprodukte sollten weiter im Ausland hergestellt werden. Wichtige Komponenten will Canon künftig aber wieder in Japan produzieren. Komponenten würden künftig verstärkt „von Japan aus ins Ausland geliefert, eher als den anderen Weg“, erklärte Mitarai.

          Ein weiterer großer Konzern, der in dieser Woche ankündigte, wieder verstärkt in Japan zu produzieren, ist Sharp. Sharp-Präsident Kozo Takahashi kündigte Anfang der Woche an, die Produktion für große TV-Bildschirme in Japan auszuweiten. In den vergangenen Monaten hat Sharp bereits wieder mehr größere Kühlschränke für den heimischen Markt in seiner Fabrik nahe Osaka hergestellt. Takahashi zeigte sich aber sehr bedeckt bei der Frage, ob Sharp mit seiner Rückverlagerung von Produktion nach Japan auch wieder mehr in der Heimat investieren und neue Arbeitsplätze schaffen wird. Das Unternehmen sei in der Lage, seine Produktion im bestehenden Rahmen auszuweiten, sagte er.

          Viele japanische Unternehmen haben nach der internationalen Finanzkrise weite Teile ihrer Produktion in asiatische Nachbarländer verlagert. Damals war der Yen stark. Das hat für in Japan produzierte Waren die im Ausland erzielten Gewinne geschmälert. Auch die niedrigen Arbeitskosten in Ländern wie China oder Thailand haben diesen Trend zur Produktionsverlagerung in Ausland damals verstärkt. Mit der starken Abwertung des Yen als Folge der extrem lockeren japanischen Geldpolitik, werden diese Vorteile schwächer. Am Freitag wurde der Dollar mit 119 Yen zum Dollar gehandelt, vor zwei Jahren waren es 87 Yen.

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