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Canada Goose : Kult mit Arktis-Chic geht an die Börse

Fabrik von Canada Goose in Toronto Bild: Reuters

Canada Goose hat dicke Daunenjacken zum Statussymbol gemacht. Jetzt geht das Unternehmen an die Börse – und muss zeigen, dass es mehr als ein kurzlebiger Trend ist.

          3 Min.

          Es ist wieder einmal ein recht warmer Winter in New York. Schnee war in den vergangenen Monaten in der Stadt Mangelware, und zuletzt herrschten fast schon frühlingshafte Temperaturen. Es ist also nicht gerade Wetter für dicke Winterbekleidung. Das hält New Yorker aber nicht davon ab, sich in ihren „Canada Goose“-Jacken sehen zu lassen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Einst für Menschen entwickelt, die sich in den kältesten, entlegensten und unwirtlichsten Regionen der Welt aufhalten, sind die Daunenjacken der kanadischen Marke mittlerweile zu einem Modeartikel geworden, der auch in Großstädten getragen wird. Im New Yorker Straßenbild sind die Jacken mit dem auffälligen blau-weiß-roten Arktis-Logo seit ein paar Wintern allgegenwärtig. Sie sind auch ein Statussymbol, denn sie können 1000 Dollar oder mehr kosten.

          Vom Regenmantel zum Statussymbol

          Ihre rasant gestiegene Popularität nutzt die in Toronto beheimatete Canada Goose Holdings nun zum Börsengang. Vor wenigen Tagen hat das Unternehmen seinen Börsenprospekt vorgelegt und dabei beeindruckende Wachstumsraten ausgewiesen. Und es sieht nach eigenem Bekunden noch viel Potential, sein Geschäft auszuweiten, nicht zuletzt auch in Deutschland.

          Mit dem Börsengang unterstreicht Canada Goose seine Ambitionen, sich im globalen Markt für Luxusbekleidung zu etablieren. Dabei hatte sich das Unternehmen lange mit einer Rolle als Nischenanbieter zufrieden gegeben. Gegründet wurde es schon im Jahr 1957 von Sam Tick, der einst von Polen nach Kanada ausgewandert war. Es hieß zunächst Metro Sportswear Ltd. und spezialisierte sich auf Regenmäntel, Wollwesten und Anzüge für Schneemobilfahrer.

          In den siebziger Jahren begann es mit der Produktion von Daunenjacken, mit denen es später berühmt wurde. Die Produkte wurden lange unter dem Namen „Snow Goose“ verkauft, bis sie ihren heutigen Namen „Canada Goose“ bekamen. Noch im Jahr 2001, als der heutige Vorstandsvorsitzende Dani Reiss seinen Posten annahm, erzielte das Unternehmen gerade einmal einen Umsatz von drei Millionen Dollar im Jahr.

          Inoffizielle Filmcrew-Jacke

          Den Durchbruch in einem breiteren Markt machte nicht zuletzt die Verbindung zur Unterhaltungsbranche möglich. Im Jahr 2004 hatten Jacken von Canada Goose ihre Hollywood-Premiere und waren in den Filmen „The Day after Tomorrow“ und „Das Vermächtnis der Tempelritter“ zu sehen. Aktuell taucht ein Parka der Marke in dem für einen Oscar nominierten Film „Manchester by the Sea“ auf.

          Das Unternehmen bezeichnet seine Produkte selbst als inoffizielle Jacken von Filmcrews für Dreharbeiten in der Kälte. Besonders spektakulär inszenierte sich Canada Goose im Jahr 2013, als das Model Kate Upton auf der Titelseite der Zeitschrift „Sports Illustrated“ eine Jacke des Unternehmens auf nackter Haut trug. Und regelmäßig werden Superstars wie Rihanna oder Emma Stone mit den Jacken der Marke auf der Straße fotografiert.

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