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Blick auf den Finanzmarkt : Gute Vorgaben stützen Dax

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ Helfert

Die Hoffnung auf eine Stabilisierung der amerikanischen Konjunktur hat den Dax am Montag angeschoben. Der deutsche Leitindex legte um 0,2 Prozent auf 7733 Zähler zu. Das Führungsmitglied der amerikanischen Notenbank Fed Charles Evans erwartet in diesem Jahr ein Wachstum der Vereinigten Staaten von 2,5 Prozent. 2014 soll sich die Rate dann auf 3,5 Prozent verbessern. Das sorgte laut Händlern am Markt für Optimismus.

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          Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag dank guter Vorgaben aus Übersee mit einem knappen Plus in die Woche gestartet. Für den Dax ging es in den ersten Minuten um 0,1 Prozent auf 7722,6 Punkte hoch. Am Freitag hatte der Leitindex knapp im Plus geschlossen, auf Wochensicht aber um 0,8 Prozent nachgegeben. Der M-Dax gewann am Montag 0,2 Prozent auf 12.362,8 Punkte und der Tec-Dax legte um 0,1 Prozent auf 874,8 Punkte zu. Der marktbreite FAZ-Index gewann zum Handelsbeginn 0,1 Prozent auf 1666,4 Punkte.

          Marktstratege Evan Lucas vom Broker IG sah Aussagen des japanischen Premierministers Shinzo Abe als Kursstütze. Dieser sucht laut Medienberichten einen neuen Notenbankchef, der die geldpolitische Lockerung ausweiten sollte, um den Kurs des Yen weiter zu drücken. Wegen seiner wichtigen Exportwirtschaft profitiert das Land von einem niedrigen Kurs seiner Währung. Laut Händler Markus Huber von ETX Capital sorgten auch Äußerungen des Chefs der chinesischen Börsenaufsicht für gute Stimmung. Dessen Behörde könnte demnach den erlaubten Investment-Anteil von Ausländern in den chinesischen Finanzmärkten um das Zehnfache erhöhen.

          Zudem richtet sich der Blick der Anleger auf die amerikanische Berichtssaison, die im Wochenverlauf an Fahrt gewinnt. Sie dürfte laut Börsianern diese Woche zum wichtigen Taktgeber für die Kurse werden. Da die Anleger nicht besonders optimistisch seien, könnten bereits geringfügig bessere Zahlen Eindruck machen, sagte Analystin Katrin Ehling von X-Trade Brokers.

          Deutsche Anleihen starten fest

          Die deutschen Staatsanleihen sind am Montag mit leichten Aufschlägen in die neue Handelswoche gegangen. Am Morgen stieg der richtungsweisende Euro-Bund-Future um 0,15 Prozent auf 142,52 Punkte. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit 1,57 Prozent und damit etwas niedriger als am Vortag.

          Fundamental bleibt es zum Wochenstart mangels Konjunkturdaten „aus der ersten Reihe“ ruhig. Am Primärmarkt wird lediglich Frankreich kurzlaufende Geldmarktpapiere begeben. Am späten Abend wird sich der amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke zur Geldpolitik der Federal Reserve äußern. Beobachter erhoffen sich Klarheit über die Frage, wann in etwa mit einem Ausstieg der Fed aus ihren Anleihekäufen zu rechnen ist.

          Euro steigt auf höchsten Stand seit Februar 2012

          Der Euro hat am Montag weiter zugelegt und ist erstmals seit Ende Februar 2012 über die Marke von 1,34 Dollar gestiegen. In der Spitze kostete die Gemeinschaftswährung 1,3403 Dollar. Das war ein halber Cent mehr als am Freitagabend. Ein Dollar war zuletzt 0,7472 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagmittag noch auf 1,3274 (Donnerstag: 1,3113) Dollar festgesetzt.

          Der Kurs des Euro zeigt zuletzt klar nach oben. Allein in der vergangenen Woche hatte er zum amerikanischen Dollar rund 3 Cent an Wert gewonnen. Wichtigster Grund ist die seit Wochen zu beobachtende Entspannung in der Schuldenkrise. Vor allem an den Anleihemärkten krisengeschwächter Euroländer wie Spanien und Italien hat sich die Lage massiv entspannt. Darüber hinaus scheint eine abermalige Zinssenkung der EZB vom Tisch zu sein, was den Euro zusätzlich beflügelt hat.

          Kurse an asiatischen Aktienmärkten verzeichnen Gewinne

          Gestützt von Signalen für eine Lockerung ausländischer Börsenengagements in China, haben sich die asiatischen Börsen zum Wochenauftakt fest präsentiert. Der länderübergreifende MSCI Asia Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan enthält, stieg um 0,4 Prozent auf 918,5 Punkte. Die Tokioter Börse war am Montag wegen eines Feiertages geschlossen. Händler begründeten die Kursgewinne mit Äußerungen des Chefs der chinesischen Börsenaufsicht, Guo Shuqing, wonach seine Behörde den Investment-Anteil von Ausländern in den chinesischen Finanzmärkten um das zehnfache erhöhen könnte. Dies zeige, dass Chinas Regierung stark an einer positiven Börsenstimmung interessiert sei und es sei auch ein wichtiges politisches Signal, kommentierte ein Börsianer in Hongkong.

          Der Sensex-Index in Mumbai kletterte um 0,75 Prozent auf 19.810,4 Punkte. In Seoul legte der Kospi um 0,5 Prozent auf 2007 Punkte zu. Der FTSE Straits Times in Singapur verlor 0,4 Prozent auf 3203,8 Punkte. In China gewann der CSI 300, der die Aktien der 300 größten Unternehmen vom chinesischen Festland mit einer Börsennotierung in Shanghai oder Shenzhen enthält, um 4 Prozent auf 2582,4 Punkte. In Hongkong rückte der Hang Seng Index um 0,6 Prozent auf 23.410,6 Punkte vor.

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