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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien wenig verändert

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die Furcht vor einer politischen Krise in Nordkorea führt zu Zurückhaltung am Aktienmarkt. Ohne Impulse geht es seitwärts.

          Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Montag von seinem schwachen Start erholt und pendelt um seinen Freitagsschluss. Anfangs hatte vor allem der Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il belastet, da Sorgen vor einer politischen Instabilität in Asien aufkamen.

          Der Dax stand zuletzt wenig verändert bei 5704 Punkten. Der marktbreite FAZ-Index notiert gleichfalls kaum verändert bei 1275 Zählern. In Nordkorea dürfte nicht wirklich eine Machtlücke entstehen, da bereits der Sohn Kim Jong Un als Nachfolger gehandelt und als vom Volk und vom Militär erwünscht präsentiert werde, hieß es am Markt unter anderem zur Begründung.

          Beim „Dauerbrenner“ Finanzkrise rückten nun auch bislang mehr oder weniger stabile Länder immer stärker in den Fokus der Marktteilnehmer und der Ratingagenturen.

          Unter den Einzelwerten stehen vor allem Air Berlin in den Blick, die um 8,5 Prozent auf 2,507 Euro hochsprangen. Sie reagieren damit positiv darauf, dass die Fluggesellschaft Etihad im großen Stil bei Air Berlin einsteigt.

          Rentenmarkt tendiert wenig verändert

          In einem bisher impulsarmen Handel tendiert der deutsche Rentenmarkt wenig verändert. „Wir haben mit der Spread-Ausweitung gegenüber den Peripherie-Ländern zuletzt Käufe in den Bunds gesehen“, so ein Händler. Dieser Impuls aus der Vorwoche sei zunächst ausgelaufen. Nun stecke der Bund-Future in dem Bereich 138 Prozent bis 139 Prozent fest, an dem er bereits ein paar Mal abgeprallt sei. Sollte es keine neuen Nachrichten aus der Eurozone geben, könnte der Bund leicht unter Druck geraten.

          Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 2 Basispunkte auf 138,60 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future notiert unverändert bei 124,78 Prozent.

          Euro startet erholt vom Kursrutsch nach Kim-Jong-Il-Tod

          Mit einem kleinen Kursrutsch zum Dollar hat im asiatischen Handel am Montag der Euro auf den Tod des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il reagiert. In Asien fiel die Devise kurzzeitig unter die Marke von 1,30 Dollar. Am Morgen startet sie leicht erholt über dieser Marke in den europäisch dominierten Handel. „In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten wird der Dollar immer gerne als Fluchtwährung benutzt“, sagt ein Händler. Dies sei mehr als Reflex zu werten und könne auch schnell wieder revidiert werden.

          „Die erste Reaktion war, den Dollar gegen Euro zu kaufen und den südkoreanischen Won und asiatische Aktien zu verkaufen“, sagt Etsuko Yamashita, Chef-Volkswirt von Sumitomo Mitsui Banking: „Aber es gibt große Unsicherheiten, was als nächstes zu tun ist. Die Leute können nichts unternehmen, solange es keine weiteren Nachrichten gibt“.

          Eher für Schulterzucken im Handel sorgt dagegen eine Drohung von Fitch. Auch diese Rating-Agentur hat mit der Abstufung von Euro-Ländern gedroht. „Man kann es langsam nicht mehr hören“, so ein weiterer Händler.

          Belastender seien dagegen die Konjunkturprognosen von S&P vom Freitag: Die Agentur rechnet für das kommende Jahr mit einer „schwereren“ Rezession im Euroraum. Die fünf größten Netto-Exporteure der Eurozone könnten 2012 erhebliche Schwierigkeiten bekommen, da die Auslandsnachfrage infolge der Finanzkrise schrumpfen wird. Zu diesen Ländern zählen Deutschland, Österreich, die Niederlande, Belgien und Finnland.

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