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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien trotzen schwachen Vorgaben

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die deutschen Aktien verzeichnen am Donnerstag wieder Kursgewinne. Etwas frischen Wind könnten am Nachmittag Konjunkturdaten aus Amerika bringen.

          Nach zuletzt drei schwachen Tagen ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag freundlich in den Handel gestartet. Damit konnte er sich gegen schwächere Vorgaben stemmen. Der Dax steigt um 0,8 Prozent auf 5721 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index legt 0,65 Prozent auf 1276 Punkte zu. Laut Händlern kommt der Markt auf dem gedrückten Niveau erst einmal zur Ruhe, nachdem der Dax seit Anfang Dezember rund 8 Prozent verloren hatte.

          „Heutige Konjunkturdaten sollten tendenziell zu einer Beruhigung beitragen“, schreibt Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen in einem Morgenkommentar. An einen regelrechten Stimmungsumschwung glaube er wegen der anhaltenden Schuldendebatte in Europa aber weiter nicht. Aus den Vereinigten Staaten stehen am Nachmittag die Frühindikatoren aus den Regionen New York und Philadelphia an, ergänzt durch wöchentliche Arbeitsmarktdaten und Zahlen zur Industrieproduktion. Hinzu kommt der große Verfall an den Terminmärkten am Freitag, der seine Schatten bereits voraus werfen dürfte.

          Oben auf den Einkaufszetteln stehen Finanzwerte. Gefragt sind Commerzbank-Aktien, die um 4,7 Prozent zulegen. Deutsche Bank gewinnen 2,2 Prozent.

          Rentenmarkt tendiert gut behauptet

          An den deutschen Anleihemärkten sind die Notierungen am Donnerstag gut behauptet in den Handel gestartet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 19 Basispunkte auf 138,05 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 8 Basispunkte auf 124,55 Prozent.

          „Deutsche Staatsanleihen profitieren noch immer vom Status als sicherer Hafen“, schreibt die Helaba. Entsprechend habe der Bund-Future weitere Gewinne erzielt. Die technische Situation verbessere sich zunehmend und die Schuldenkrise stütze ohnehin. Die Handelsspanne wird am Berichtstag zwischen 137,00 Prozent und 139,00 Prozent gesehen.

          Euro bleibt unter 1,30 Dollar

          Der Euro notiert am Donnerstag trotz einer leichten Erholung weiter unter der Marke von 1,30 Dollar. Am Morgen kostet die Gemeinschaftswährung 1,2990 Dollar, nachdem sie am Vortag mit 1,2946 Dollar auf den tiefsten Stand seit Mitte Januar gesunken war. Der Euro wird vor allem durch die nach wie vor ungelöste Schuldenkrise und zunehmende Rezessionssorgen belastet. Allein seit Wochenbeginn hat er zum Dollar vier Cent an Wert verloren. Am Donnerstag stehen neben zahlreichen Konjunkturdaten mehrere Auktionen spanischer Staatsanleihen auf der Agenda. Die HSH Nordbank sieht jedoch gute Chancen auf eine erfolgreiche Plazierung, da Spanien derzeit weniger im Fokus stehe als Italien.

          Ölpreis fällt um mehr als sechs Dollar

          Sorgen vor einer Ausweitung der Euro-Schuldenkrise und ihre Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben am Mittwoch den Ölpreis einbrechen lassen. Ein Barrel Rohöl zur Lieferung im Januar verbilligte sich um mehr als sechs Dollar auf rund 94,20 Dollar. Der Preis für die Marke Brent gab mehr als fünf Dollar auf rund 104,40 Dollar nach. Der Rückgang des Ölpreises belastete den New Yorker Aktienhandel, wo vor allem Energiewerte Kursverluste erlitten.

          Aktienbörse in Tokio schließt sehr schwach

          Belastet von Konjunktursorgen und einer abermaligen Verschärfung der Schuldenkrise in Europa ist die Börse in Tokio am Donnerstag mit sehr schwachen Kursen aus dem Handel gegangen. Konjunktursensible Werte etwa aus den Sektoren Schiff- und Maschinenbau standen besonders unter Druck. Der Nikkei sank um 1,7 Prozent auf 8.377 Punkte, während der breitere Topix 1,6 Prozent auf 725 Punkte verlor.

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