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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien leichter

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ Helfert

Der deutsche Aktienmarkt tendiert am Dienstag leichter. . Die Berichtssaison läuft langsam an, so dass für den Markt zunehmend Impulse aus dieser Richtung erwartet werden. Dass die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit fünf spanischer Regionen gesenkt hat, bewegte den Markt nicht. „Katalonien hatte bereits Ende August fünf Milliarden Euro von der spanischen Regierung angefordert“, begründete dies ein Händler.

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          Der Dax fällt um 0,9 Prozent auf 7262 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index gibt 0,6 Prozent auf 1560 Stellen nach. Grund sind tendenziell eher schwächere Quartalsberichte aus der zweiten Reihe. ADVA fallen nach einem Gewinneinbruch um knapp 14 Prozent, Leoni geben nach einer Prognosesenkung rund 1 Prozent nach. Auch die Meldung von Conergy, dass die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt sei, ist nicht hilfreich für den Markt.

          Continental verlieren gleichfalls 1 Prozent, auch wenn der Wettbewerber Michelin gute Umsatzzahlen vermeldet hat. Belastend wirkt hier auch die Tatsache, dass der französische Zulieferer Faurecia wie Leoni seine Gewinnprognose gekippt hat.

          Rentenmärkte gut behauptet

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag wenig verändert bis gut behauptet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 5 Basispunkte auf 139,92 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future notiert weiter bei 124,92 Prozent.

          „Mit den Vorgaben aus den Vereinigten Staaten sowie dem asiatischen Handel sollte der Bund Future die Gewinne im Tagesverlauf behaupten können“, sagt Dirk Gojny von der Essener National-Bank. Eine technische Unterstützung für den Future liege bei 139,50 Prozent und ein Widerstand bei 140,75 Prozent.

          Euro kommt kaum vom Fleck

          Der Euro bewegt sich am Dienstag kaum: Die Gemeinschaftswährung notierte mit 1,3046 Dollar in Reichweite ihres New Yorker Vortagesschlusses von 1,3066 Dollar. Derzeit gebe es keine neuen Impulse, sagen Börsianer. Anleger warten seit Wochen darauf, ob Spanien in naher Zukunft unter den Euro-Rettungsschirm schlüpft und damit auch das Anleihenankaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) aktiviert. Angesichts der mauen Nachrichtenlage sei der Handel derzeit vor allem technisch geprägt, sagten Analysten. Die Experten der Commerzbank gehen davon aus, dass eine deutliche Kursbewegung beim Euro ausbleiben dürfte, solange er die Marke von 1,3150 Dollar nicht wieder erreicht.

          Asiatische Börsen uneinheitlich

          Die asiatischen Börsen zeigen sich am Dienstag in gemischter Verfassung. Nur in einigen Fällen folgen die Börsen den moderaten Gewinnen der Wall Street vom Vortag. Das Börsenbarometer in Tokio wird weiterhin vom schwächeren Yen gestützt. In Hongkong bleibt die Börse wegen eines Feiertags geschlossen.

          Der Nikkei tänzelt um die Marke von 9.000 Zählern. Zuletzt gibt er um 0,2 Prozent nach. „Bis jetzt ist es eine relativ einfache Geschichte: Der schwächere Yen liefert dem Markt Treibstoff“, sagt Tatsunori Kawai von kabu.com Securities. Allerdings verlaufe die amerikanischen Berichtssaison nicht völlig ermutigend. Gleichzeitig nehme die Vorlage von Quartalszahlen der japanischen Unternehmen erst langsam Fahrt auf und diese Unsicherheit bremse die Aktienkurse am Finanzplatz Tokio.

          Erneut stehen in Tokio die exportstarken Titel auf der Gewinnerseite. Die Aktie von Sony verbessert sich um 0,5 Prozent und die von Fanuc um 0,7 Prozent. Kansai Electric Power stürzen jedoch um 6,6 Prozent ab. Laut einem Medienbericht zahlt das Unternehmen das erste Mal seit 61 Jahren am Ende des Geschäftsjahrs keine Dividende. In den Abwärtssog gerieten andere Versorger: Das Papier von Tokyo Gas bröckelt um 0,5 Prozent und das von Chubu Electric Power sogar um 4 Prozent ab.

          In Australien legt der S&P/ASX um 0,1 Prozent zu. Rohstoffunternehmen halten sich besonders gut. Einige amerikanischen Quartalszahlen lieferten wichtige Impulse. Der Titel von BHP Billiton steigt um 0,3 Prozent und der von Fortescue Metals Group um 2,7 Prozent. In Südkorea geht es für die Aktien abermals zumeist abwärts. Der Kospi-Index verschlechtert sich um 0,2 Prozent. Stark in China engagierte Unternehmen leiden unter Gewinnmitnahmen. Die Titel von Kumho Petro Chemical zieht es um 3 Prozent und die von Hyundai Heavy Industries um 3,1 Prozent nach unten.

          Der Index in Schanghai tendiert knapp behauptet bei einem Minus von 0,6 Prozent. Der Markt ist relativ richtungslos vor Veröffentlichung des chinesischen Einkaufsmanagerindex im Verlauf der Woche. Chinesische Versicherer sind allerdings gefragt. Die Aktie von China Life Insurance klettert um 0,3 Prozent, die von China Pacific Insurance um 0,2 Prozent und die von New China Life Insurance um 1,2 Prozent. Der Fall der Ölpreise auf ein Zwei-Wochen-Tief lastet auf einigen Energieunternehmen. Das Barrel Öl der Sorte WTI wird aktuell mit 88,79 Dollar bewertet. Das Papier von S-Oil Corp verliert in Seoul 0,5 Prozent, das von Inpex fällt in Tokio um 0,7 Prozent und das von China Petroleum & Chemical Corp in Schanghai um 0,9 Prozent.

          Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika

          Fester präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Montag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 0,12 Prozent auf 2697,68 Zähler.

          Yahoo! reagierten mit einem deutlichen Kursplus auf den Quartalsausweis. Das Internet-Unternehmen hatte im dritten Quartal beim Gewinn überraschend gut abgeschnitten. Auch bereinigt um den Sondergewinn aus dem Verkauf der Alibaba-Beteiligung lag das Ergebnis je Aktie deutlich über den Erwartungen. Der Umsatz fiel ebenfalls etwas besser aus. Zudem deutete Vorstandschef Marissa Mayer an, dass das Unternehmen den Rückkauf von Aktien erwäge. Der Kurs der Yahoo!-Aktie stieg um 4,8 Prozent auf 16,52 Dollar.

          Der Kurs von Texas Instruments fiel um 0,3 Prozent auf 27,70 Dollar. Das Unternehmen hatte zwar mit den Drittquartalszahlen die Erwartungen übertroffen, doch gab Texas Instruments einen enttäuschenden Ausblick auf das laufende Quartal. Der Chiphersteller begründete dies damit, dass die Kunden wegen der ungewissen Wirtschaftslage nur zögerlich bestellten.

          Western-Digital verbilligten sich um 6,3 Prozent auf 33,07 Dollar. Der Ausblick des Unternehmens auf sein zweites Geschäftsquartal lag unter den Analystenerwartungen. Sein erstes Geschäftsquartal hatte der Hersteller von Festplattenlaufwerken besser als erwartet abgeschlossen.

          Bangen um Konzerngewinne belastet Wall Street

          Die Sorge um die Gewinne der Unternehmen in Zeiten weltweiter Wachstumsschwäche haben die Wall Street gebremst in die neue Handelswoche starten lassen. Den Konjunkturpessimismus befeuerte am Montag der Bagger- und Traktoren-Hersteller Caterpillar, der seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr senkte. Bereits am Freitag hatten enttäuschende Zwischenbilanzen von General Electric und McDonald’s die Börsen stark nach unten gezogen.

          Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit 13.345 Punkten nahezu unverändert aus dem Handel, nachdem er die meiste Zeit ins Minus tendiert hatte. Der breiter gefasste S&P-500 trat ebenfalls auf der Stelle und schloss bei 1433 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte dagegen leicht um 0,4 Prozent auf 3016 Punkte zu.

          Caterpillar fuhr im dritten Quartal zwar ein Rekordergebnis ein, hat nach eigenen Angaben aber mit der unerwartet raschen Abkühlung der Weltkonjunktur zu kämpfen. Das Unternehmen senkte deshalb zum zweiten Mal in diesem Jahr die Erwartungen für 2012. Caterpillar macht sich auch keine Hoffnungen, dass sich die Lage vor dem zweiten Halbjahr 2013 bessern könnte. Caterpillar-Aktien notierten zunächst kräftig im Minus, konnten dann aber ins Plus drehen und schlossen 1,5 Prozent fester. Für einen Konzern wie Caterpillar sei das Spannungsverhältnis zwischen Gesamtwirtschaft und Wachstumserwartungen typisch und spiegele sich im Kursverlauf wider, sagte Anlage-Experte Shawn Hackett.

          Mit einem Plus von fast acht Prozent wurde die Aktie des Ahnenforscher-Internetportals Ancestry.com für den Deal mit der Beteiligungsgesellschaft Permira belohnt. Der Finanzinvestor übernimmt für 1,6 Milliarden Dollar den Betreiber der Genealogie-Website. Abwärts ging es an der Börse dagegen für den Bergbaukonzern Freeport-McMoRan Copper & Gold. Der Gewinn des Unternehmens verringerte sich im dritten Quartal deutlich, weil die Goldproduktion in Indonesien einbrach. Der Aktienkurs fiel um 1,5 Prozent.

          Amerikanische Anleihen vor Präsidentschaftsdebatte leichter

          Die amerikanischen Staatsanleihen haben am Montag angesichts des immer enger werdenden Präsidentschaftsrennens im Minus tendiert. Anleger seien deshalb noch nicht gewillt, über die Aussichten der Wirtschaft zu spekulieren, sagten Händler. Der Markt werde nach der heutigen dritten und letzten Debatte zwischen Präsident Obama und Herausforderer Mitt Romney sein Urteil fällen, sagte ein Marktteilnehmer von FTN Financial. Zweijährige Anleihen verloren 1/32 auf 99 28/32 Punkte und rentierten mit 0,31 Prozent. Fünfjährige Anleihen fielen um 4/32 Punkte auf 99 8/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,78 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen gaben um 7/32 Punkte auf 98 15/32 Punkte nach und rentierten mit 1,80 Prozent. Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von dreißig Jahren sanken um 5/32 Punkte auf 96 2/32 Punkte und rentierten mit 2,95 Prozent.

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