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Blick auf den Finanzmarkt : Deutsche Aktien fester

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ Helfert

Nach den jüngsten Verlusten sind die deutschen Aktien am Montag mit Gewinnen gestartet.“Einige Anleger halten die Verluste der letzten Tage für übertrieben“, heißt es. Zudem fließe am ersten Handelstag des neuen Quartals traditionell neues Geld in den Markt.

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          Der Dax steigt um 0,85 Prozent auf 7278 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index verbucht ein Plus von 0,7 Prozent auf 1553 Punkte. SAP legen um 1,6 Prozent auf 56 Euro zu. Der Software-Riese hat grünes Licht aller Wettbewerbshüter für die Übernahme des Cloud-Anbieters Ariba. Außerdem äußerte sich Barclays-Analyst Raimo Lenschow positiv über den Wert nach der jüngsten Anwenderkonferenz. Die Datenbanksoftware Hana sei ein einwandfreies neues Produkt des Softwarekonzerns, so der Experte.

          Bankwerte sind in dem freundlichen Umfeld ebenfalls gefragt. So steigen Commerzbank und Deutsche Bank um 0,9 bzw. 1,2 Prozent und trotzen damit negativen Nachrichten aus Spanien. Die Madrider Regierung läuft trotz der drastischen Sparpolitik Gefahr, das Defizitziel in diesem Jahr abermals zu verfehlen.

          Fraport ziehen um 1,2 Prozent an. Das amerikanische Anlegermagazin „Barron’s“ erwartet unter der Überschrift „Dieser deutsche Flughafenbetreiber könnte abheben“, dass die Expansion und die widerstandskräftige deutsche Wirtschaft den Weg für steigende Gewinne ebnen. Nordex legen um 0,8 Prozent zu. Der amerikanische Finanz- und Infrastrukturinvestor Anbaric Transmission will Medienberichten zufolge bis zu vier Milliarden Euro in die Anbindung deutscher Nordsee-Windparks investieren.

          Deutsche Anleihen starten mit Verlusten

          Die deutschen Staatsanleihen sind am Montag mit Verlusten in den Handel gegangen. Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung nach den deutlichen Kursgewinnen in der vergangenen Woche. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 49 Basispunkte auf 141,28 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 22 Basispunkte auf 125,47 Prozent.

          Im weiteren Verlauf steht die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone und den Vereinigten Staaten im Fokus der Anleger. In der Währungsgemeinschaft dürften die Indizes aus Italien und Spanien die meiste Aufmerksamkeit hervorrufen, da in Frankreich und Deutschland bereits Vorabschätzungen bekanntgegeben wurden.

          „Den größeren Einfluss auf das Marktgeschehen messen wir dem ISM-Index bei“, sagt Experte Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen. Der Index gilt als wichtigster Frühindikator für die amerikanischen Wirtschaft. Insbesondere vor dem Hintergrund der zuletzt massiv enttäuschenden Daten dürfte er mit Spannung erwartet werden.

          Euro von frühen Verlusten erholt

          Die anhaltenden Sorgen um die Finanzlage in Spanien haben den Euro am Montag zunächst auf ein Drei-Wochen-Tief fallen lassen. Die Gemeinschaftswährung ging bis auf 1,2802 Dollar zurück nach einem Freitagsschluss von 1,2854 Dollar in New York.

          Pläne der EU, der Regierung in Athen eine Liste von Reformen vorzulegen, die, sobald sie vom Parlament verabschiedet wurden, die Freigabe weiterer Hilfsgelder gewährleiste,  und die Ergebnisse des spanischen Banken-Stresstests, wonach der Finanzierungsbedarf der Finanzinstitute moderat ausfällt, bewirkten eine rasche Erholung bis auf 1,2870 Dollar.

          Solange die Zitterpartie um Griechenland und Spanien anhalte, dürfte sich der Euro zum Dollar aber kaum nennenswert erholen, heißt es von der Commerzbank. Vielmehr sei zu erwarten, dass der Wechselkurs in den kommenden Tagen ein weiteres Mal das Unterstützungsniveau bei 1,28 Dollar in Angriff nehmen werde.

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