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BIP-Wachstum : Deutsche Wirtschaft gewinnt an Schwung

  • Aktualisiert am

Die Exportdelle aus dem Winterhalbjahr ist überwunden Bild: dpa

Nach der Stagnation im Winter ist der deutschen Wirtschaft ein starkes Comeback gelungen. Deutschlands Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal um 0,7 Prozent. Auch Frankreichs Wirtschaft wächst schneller als erwartet - aber langsamer als die deutsche.

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          Die deutsche Konjunktur hat im zweiten Quartal merklich angezogen. Konsumfreudige Verbraucher sowie steigende Investitionen und Exporte ließen das Bruttoinlandsprodukt von April bis Juni 2013 um 0,7 Prozent wachsen. Das ist das größte Plus seit über einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte, und  deutlich mehr als in den schwachen beiden Quartalen zuvor.

          Bankvolkswirte hatten mit einer Wachstumsbeschleunigung gerechnet, allerdings eine etwas geringere Rate erwartet. Im Jahresvergleich wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,9 Prozent. „Die Zahlen sind ungewöhnlich stark“, sagte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.

          Zum Aufschwung trug die gute Kauflaune der Verbraucher bei: Sie erhöhten angesichts steigender Löhne und Beschäftigung ihre Konsumausgaben. Auch der Staat gab mehr aus. „Außerdem zogen die Investitionen deutlich an, was nicht zuletzt an witterungsbedingten Nachholeffekten nach dem ungewöhnlich langen und kalten Winter liegen dürfte“, erklärten die Statistiker. Dieser hatte vor allem den Bau behindert. Auch vom Außenhandel kamen Impulse, da die Exporte stärker zulegten als die Importe.

          Das Bruttoinlandsprodukt steigt im 2 Quartal um 0,7 Prozent

          Auch die Wirtschaft Frankreichs ist im zweiten Quartal deutlich stärker als erwartet gewachsen. Von Anfang April bis Ende Juni habe das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um 0,5 Prozent zugelegt, teilte die französische Statistikbehörde Insee am Mittwoch in Paris nach vorläufigen Zahlen mit. Bankvolkswirte hatten mit einem leichten Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent gerechnet.

          Ihren Rückfall in die Rezession hat die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft damit überwunden. Zum Jahresende 2012 sowie im Auftaktquartal 2013 war das BIP noch gesunken. Der Rückgang der Wirtschaftsleistung hatte jeweils bei 0,2 Prozent gelegen. Volkswirte sprechen gemeinhin von einer Rezession, wenn eine Volkswirtschaft in zwei Quartalen in Folge schrumpft.

          Schwellenländer trüben die Aussichten in Deutschland

          In der zweiten Jahreshälfte dürfte die exportabhängige deutsche Wirtschaft wieder einen Gang zurückschalten, erwarten sowohl Bundesbank als auch Bundesregierung. Grund dafür ist die schwächere Konjunktur in großen Schwellenländern wie China, während aus dem krisengeplagten Europa kaum Impulse erwartet werden.

          Ökonomen rechnen bislang sowohl für das dritte als auch für das vierte Quartal mit einem Wachstum von jeweils 0,4 Prozent. Commerzbank-Chefvolkswirt Krämer sieht in den beiden kommenden Quartalen ein Plus von 0,2 bis 0,3 Prozent. Wegen des schwachen Jahresauftakts dürfte es im Gesamtjahr 2013 nur zu einem Plus von 0,5 Prozent reichen, erwartet die Bundesregierung bislang.

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