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Nilekani wird Vorstand : Bei Infosys ist der Alte nun der Neue

Der ehemalige Gründer Nandan Nilekani kehrt zu „seinem“ Unternehmen Infosys zurück. Bild: AP

Der Gründer Nandan Nilekani kehrt zu Infosys zurück und soll die Krise beenden. Ex-SAP-Vorstand Sikka geht sofort.

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          Aufräumen in Bangalore: Nach dem lautstarken Abgang des früheren SAP-Managers Vishal Sikka als Vorstandsvorsitzender des indischen Daten-Dienstleisters Infosys hat das Unternehmen durchgegriffen. Neuer Vorsitzender des Verwaltungsrates wird Nandan Nilekani, einer der Gründer des Unternehmens. Drei Mitglieder des Verwaltungsrates müssen das Unternehmen verlassen. Im Zuge des öffentlich ausgetragenen Streites zwischen Gründern um Narayana Murthy und Vishal Sikka hatte Infosys mehr als 4 Milliarden Dollar Börsenwert verloren. Als direkter Nachfolger von Sikka wird der bisherige Operationschef, U B Pravin Rao zum Interim-Vorstandschef von Infosys berufen, bis die weltweite Suche einen Nachfolger erbracht hat.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Nilekani besitzt weit über Indien hinaus einen hervorragenden Ruf. Er hatte Infosys vor acht Jahren verlassen um sich mit vollem Eifer dem Projekt Aadhaar zu widmen, einer Identifikationskarte für alle Inder. Nun kehrt er zurück in das Unternehmen, das er 1981 mit gegründet hatte. Damit wiederholt sich die Geschichte: Auch Mit-Gründer Murthy war schon einmal 2013 zu Infosys zurückgekehrt, um eine Krise zu bewältigen.

          Die Aufgabe des neuen Chefs wird es zunächst sein, Ruhe in das Unternehmen zu bringen. Dann muss er die Führungsetage neu und dauerhaft besetzen. Mittelfristig aber wird er nicht umhinkommen, den Streit zwischen Sikka und Murthy aufzugreifen: Es geht um die Ausrichtung von Infosys, das – wie alle indischen Datendienstleister – über Jahre gut von billiger Arbeit gelebt hat. Nun aber gilt es, einen Weg in die digitale Zukunft zu finden, auch durch neue Geschäftsfelder und Übernahmen. Nilekani kündigte an, mit den Aktionären ins Gespräch kommen zu wollen. Für den heutigen Freitag ist ein „investor call“ angekündigt.

          Nilekani hatte Infosys von 2002 bis 2007 als Vorstandsvorsitzender geleitet. Zunächst hat Nilekani wohl zugestimmt, für zwei Jahre zu „seinem“ Unternehmen zurückzukehren. Er ersetzt R Seshasayee, der sich mit Murthy durch die Reaktion des Rates auf den Abgang von Sikka überworfen hatte. Auch Sikka wird Infosys nun sofort verlassen – vergangenen Freitag hatte es noch geheißen, er bleibe bis März, um seine Nachfolge im Vorstandsvorsitz zu regeln. Er wird für 90 Tage sein Basisgehalt von 246.575 und eine variable Zulage von 205.572 Dollar erhalten sowie die Zuwendungen, die allen Angestellten zustehen. Ravi Venkatesan, mit dem Sikka augenscheinlich über Kreuz lag, wird zwar im Rat bleiben, dessen stellvertretenden Vorsitz aber verlieren.

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