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Rekordbuße : Bank of America droht neue Milliardenstrafe

Bild: AP

Die zweitgrößte amerikanische Bank will endlich die juristischen Folgen der Finanzkrise hinter sich bringen. Es zeichnet sich eine neue Rekordbuße ab.

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          Die Geldbußen für Banken in den Vereinigten Staaten klettern weiter in astronomische Höhen. Nach Medienberichten droht dem zweitgrößten amerikanischen Kreditinstitut Bank of America eine neue Strafe von mindestens 12 Milliarden Dollar. Die Bank befindet sich wegen unlauterer Hypothekengeschäfte vor der Finanzkrise in Verhandlungen mit dem amerikanischen Justizministerium und Behörden mehrerer Bundesstaaten über einen außergerichtlichen Vergleich. Die Unterhändler der Regierung drängen aber offenbar auf ein deutlich höheres Bußgeld. Aber auch eine Summe von 12 Milliarden Dollar würde schon den Jahresgewinn der Bank of America übersteigen, die zuletzt 11,4 Milliarden Dollar verdient hatte. 

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Die Bank hatte bereits einen Teilvergleich mit der Aufsichtsbehörde FHFA geschlossen, die für die verstaatlichten Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zuständig ist. Die FHFA hatte der Bank of America vorgeworfen, falsche Angaben zur Qualität von Hypothekenanleihen gemacht zu haben, die sie an Fannie und Freddie verkauft hatte. Der Milliardenvergleich hatte der Bank of America das erste Quartal verhagelt. Der bevorstehende Vergleich mit dem Justizministerium ist für die Bank der letzte verbleibende große Posten in Zusammenhang mit der Finanzkrise. „Von dem großen Zeug ist es wirklich das Einzige, was noch aussteht“, sagte Brian Moynihan, der Vorstandsvorsitzende der Bank of America, in der vergangenen Woche auf einer Investorenkonferenz.

          Der Vergleich gilt als Blaupause

          Sollte die Vergleichssumme 13 Milliarden Dollar übersteigen, wäre das ein neuer Rekord. Auf die Zahlung dieses Betrags hatte sich im vergangenen November der amerikanische Branchenprimus JP Morgan in Verhandlungen mit Justizministerium und den anderen Behörden verständigt. Der Vergleich beinhaltete neben reinen Strafen auch die Entschädigung von institutionellen Investoren und finanzielle Hilfe für Hausbesitzer. Der JP-Morgan-Vergleich gilt als Blaupause für die aktuellen Verhandlungen mit der Bank of America. Fragwürdige Hypothekengeschäfte standen im Zentrum der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise vor sechs Jahren. Insgesamt haben  Banken in Folge der Krise schon mehr als 100 Milliarden Dollar Strafen und Schadensersatz gezahlt. Die Deutsche Bank, die stark im Geschäft mit verbrieften Hypotheken engagiert war, zahlte vor einem halben Jahr 1,9 Milliarden Dollar im Rahmen eines außergerichtlichen Abkommens mit der FHFA.

          Auch bei anderen Fehltritten von Banken übersteigen die Strafen immer häufiger die Milliarden-Dollar-Marke. Die Schweizer Credit Suisse muss dem amerikanischen Justizministerium 2,6 Milliarden Dollar wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zahlen. Die französische Großbank BNP Paribas befindet sich in Vergleichsverhandlungen mit amerikanischen Behörden wegen Verstößen gegen Wirtschaftssanktionen. Zuletzt wurde in diesem Fall eine Summe von mehr als 10 Milliarden Dollar kolportiert.

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