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Australische Fluggesellschaft : Qantas im Sinkflug

Eine Maschine der australischen Fluggesellschaft Qantas Bild: dpa

Qantas will 5000 Stellen streichen. Damit möchte Australiens Fluggesellschaft etwa 1,3 Milliarden Euro Kosten sparen. Auch die australischen Luftfahrtregularien spielen für die Probleme von Qantas eine Rolle.

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          Die australische Fluggesellschaft Qantas Airways kämpft um ihr Überleben. Am Donnerstagmorgen kündigte ihr Vorstandsvorsitzender Alan Joyce an, 5000 Stellen zu streichen. Darunter sind 1500 Arbeitsplätze im Management der Fluglinie. Die Löhne und Gehälter werden eingefroren. Bestellungen von mehr als 50 Maschinen bei den Herstellern Airbus und Boeing werden aufgeschoben oder verkauft. Joyce kassierte auch seine Ankündigung, den internationalen Bereich von Qantas auch dank der Zusammenarbeit mit Lufthansa-Konkurrent Emirates bis 2015 in die Gewinnzone zu bringen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Bis Ende des Berichtsjahres 2016/17 (30. Juni) will Qantas 2 Milliarden Australische Dollar (1,31 Milliarden Euro) Kosten sparen. In den beiden nächsten Geschäftsjahren will das Unternehmen jeweils 800 Millionen australische Dollar sparen. In der ersten Hälfte dieses Geschäftsjahres weisen die Australier einen Verlust von 252 Millionen Australischen Dollar vor Steuern und Einmaleffekte aus. Der Reinverlust beträgt 235 Millionen Australische Dollar. Der Umsatz sank um 4,1 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012/13 auf 7,9 Milliarden Australische Dollar. Die Aktie verlor im frühen Handel an der Börse in Sydney 10 Prozent ihres Wertes.

          „Es gibt eine Menge australischer Unternehmen, die zusammengebrochen sind, weil sie nicht darauf vorbereitet waren, harte Einschnitte vorzunehmen. Wir gehören nicht dazu. Wir werden dort streichen, wo wir können um dort zu investieren, wo wir es müssen“, sagte Joyce. Er kündigte an, Qantas werde „wesentlich schlanker“ werden. Um zu sparen verschiebt Qantas nun auch Bestellungen für den A 380 und die neue B 787-8s. Der Ausbau der asiatischen Billiglinie Jetstar Asia mit Sitz in Singapur wird ebenfalls verzögert.

          Asiatische Aktienmärkte leichter

          Der Sinkflug von Qantas hängt auch mit der australischen Luftfahrtregulierung zusammen. Das Beteiligungsgesetz schreibt Qantas vor, dass höchstens 49 Prozent ihres Kapitals in ausländischen Händen liegen dürfen. Ausländische Fluggesellschaften dürfen zusammengenommen allenfalls 35 Prozent halten. „Damit sind wir in Handschellen gelegt“, klagt Joyce. Im heimischen Markt aber wurde Konkurrent Virgin Airlines zeitgleich durch ausländisches Kapital stark gemacht: Etihad, Singapore Airlines und Air New Zealand pumpten als Miteigentürmer gerade mehr als 300 Millionen Australische Dollar in den Aufbau von Virgin.

          Deshalb drängt Joyce die neue liberale Regierung um Ministerpräsident Tony Abbott, das Gesetz zu ändern. Dies aber wird politisch kaum durchzusetzen sein, da im Senat die Opposition die Mehrheit hat. Abbott bot Qantas zwar die Besicherung von Krediten an, lehnt direkte Subventionen aber ab. Innerhalb eines Jahres hat die Qantas-Aktie ein gutes Viertel ihres Wertes verloren. während der Index in Sydney fast 8 Prozent gut gemacht hat.

          Gedrückt durch Qantas verlor der S&P ASX 200 in Sydney am Donnerstag bis Mittags um 0,4 Prozent. Auch die anderen Werte in Asien notierten leichter. Der MSCI Asia Pacific gab in Tokio 0,2 Prozent nach. Der japanische Topix Index büßte 0,3 Prozent ein. Auch die Währungen in Asien Pazifik gaben nach: Der australische Dollar und die indonesische Rupiah verloren jeweils  0,4 Prozent ihres Wertes.

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