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Aufrüstung : Kirche setzt Drohnen und Multikopter ein

  • Aktualisiert am

Keine Drohne, nur der Mond Bild: dpa

Im Kampf um die Erhaltung der Bausubstanz greift die katholische Kirche zu militärischer Hi-Tech. Mit Drohnen werden Kirchtürme untersucht.

          Die katholische Kirche in Deutschland nutzt immer häufiger Drohnen und unbemannte Flugkörper zur Begutachtung von Kirchen und Kathedralen.

          Der Südturm des Kölner Doms wurde am Montag mit Hilfe eines ferngesteuerten Hubschraubers untersucht. Der sogenannte Multicopter machte dabei in großer Höhe Aufnahmen, die der Planung künftiger Restaurierungsarbeiten dienen sollen, wie die Dombauhütte in Köln mitteilte. Ziel des Pilotprojektes sei die Erstellung hochauflösender Fotografien zur Dokumentation des Bauzustandes am Südturm.

          Besonders aufmerksam seien zwei monumentale Engelfiguren begutachtet worden, so die Verantwortlichen. An den aus Sandstein gefertigten Skulpturen in etwa 75 Metern Höhe zeigten sich bereits bedenkliche Verwitterungsspuren. Längerfristig könnten Teile wie Flügel und Hände herabstürzen. Im Frühjahr 2012 war es am Südturm zu einem Steinabsturz gekommen. Bisher sei der Südturm mittels eines Fahrkorbs untersucht worden. Die Begutachtung aus der Luft biete eine gute Alternative, die betroffenen Bereiche ohne aufwendigen Gerüstbau zu inspizieren.

          Drohnen auch im Süden

          Auch das Erzbistum München und Freising setzt erstmals Drohnen ein. Am Dienstag werden zwei mit Kameras ausgestattete unbemannte Flugkörper neben dem knapp 130 Meter hohen sanierungsbedürftigen Turm der Landshuter Basilika Sankt Martin aufsteigen, wie das Ordinariat am Montag mitteilte. Ziel seien maßstabsgerechte Ansichten vom höchsten Kirchturm Bayerns. Er stammt aus dem 15. Jahrhundert und gilt als weltweit höchstes Gebäude aus Ziegelsteinen.

          Die Fotoaufnahmen sollen die Grundlage für einen zentimetergenauen Plan liefern. Die Fluggeräte seien weniger als zehn Kilogramm schwer und zweimal zwei Meter groß. Sie könnten fünf Meter und näher an das Gemäuer heranrücken, teilte das Erzbistum mit. Beim Einsatz dürfe es aber nicht regnen.

          Während der bis Mittwoch oder Donnerstag dauernden Flüge wird nach Auskunft der Erzdiözese tagsüber um den Turm eine Sicherheitszone von bis zu 20 Metern eingerichtet und für Fußgänger gesperrt. Davon seien zeitweise auch die umliegenden Straßencafes betroffen. Das auf dem Turm nistende Wanderfalken-Pärchen werde nicht beeinträchtigt, da es tagsüber außerhalb der Stadt auf Nahrungssuche unterwegs sei.

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