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Aufgeblasen und mit Tolle : Der Trump-Gockel ist der neue Hit in China

Zum verwechseln ähnlich: Aufblasbarer Trump-Gockel vor einem Einkaufszentrum in Tayuan/Provinz Shanxi. Bild: AFP

Acht Tage nach der Amtseinführung von Amerikas neuem Präsidenten beginnt in China das Jahr des Hahns. Viele Chinesen feiern das mit einem aufblasbaren Riesen-Gockel, der sich derzeit rasend schnell im Internet verkauft – sein Kamm sieht einer weltberühmten Tolle verblüffend ähnlich.

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          Nach dem chinesischen Mondkalender beginnt am 28. Januar das Jahr des Feuer-Hahns. Die Meister der daoistischen Harmonielehre Feng Shui, die alljährlich der Geschäftswelt das Glück für die kommenden zwölf Monate vorhersagen, haben bereits angekündigt, dass das Tierkreiszeichen für besondere Kommunikationsfertigkeit stehe. Deshalb darf derjenige auf hohe Einkünfte hoffen, der irgendetwas mit Marketing, Werbung oder einer anders gearteten Verkaufe zu tun hat.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Kaum jemand steht für diese Eigenschaften so sehr wie das Selbstvermarktungsgenie aus dem goldenen Turm an der New Yorker Fifth Avenue, Donald Trump. Ohnehin gilt den an geschäftlichem Erfolg überaus interessierten Chinesen Amerikas kommender Twitter-Präsident als leuchtendes Vorbild, nennt der Mann Schätzungen zufolge doch angeblich ein Vermögen von 3,7 Milliarden Dollar sein Eigen. Trumps frühere Fernsehshow „The Apprentice“, in der der Immobilienmogul die Geschäftstüchtigkeit seiner Kandidaten testete, war im Reich der Mitte ein Fernseh-Hit.

          Dass Trump beinahe täglich per Twitter China kritisiert und mit dessen Erzfeind, der Regierung des Inselstaats Taiwan, freundschaftliche Kontakte pflegt, nehmen viele Chinesen noch nicht ernst. Anders als Pekings Staatspresse, die Trump bereits mit der „Rache“ des chinesischen Volkes gedroht hat, wollen sie abwarten, ob der neue Präsident sich am Ende nicht doch wie ein Geschäftsmann verhält und mit China einen lukrativen „Deal“ nach dem anderen abschließt.

          Mit goldenem Kamm und erhobenem Zeigefinger

          Was also läge es da näher, als Trump und Gockel zu vereinen? Genau das hat ein Einkaufszentrum in Tayuan, der Hauptstadt von Chinas Kohleabbau-Provinz Shanxi in der nordchinesischen Ebene im Landesinneren getan. Dort, in der Fußgängerzone, tauchte vor Wochen auf einmal ein sieben Meter hoher, aufblasbarer Hahn auf. Er begrüßte die Kunden mit einem goldenen Kamm, der der gelben Haartolle Trumps täuschend ähnlich sah.

          Der Hahn in Taiyuan machte zudem mit seinen Händen zwei eindeutige Trump-Gesten: den ausgestreckten Zeigefinger, der Dominanz ausstrahlen soll, und das geformte Finger-O, das professionellen Mimik-Interpreten zufolge angeblich für Perfektionsanspruch steht.

          In den Einkaufsportalen im chinesischen Internet ist der aufblasbare Trump-Gockel mittlerweile zum Verkaufsschlager mutiert. Es gibt ihn in allen möglichen Größen und Ausführungen. So kostet der 1,80 Meter große trumpsche Feuerhahn umgerechnet etwa 47 Euro, für die XXXL-Variante hingegen sind über 5000 Euro fällig. Letztere ragt dann aber auch stolze 16 Meter in die Höhe. Ganz billige Varianten sind ebenfalls erhältlich.

          Mit dem Präsidenten auf dem stillen Örtchen

          Händler im ganzen Land haben begonnen, die Figur zu verkaufen. Entworfen wurde sie von einem Animationsdesigner aus dem amerikanischen Seattle namens Casey Latiolais, der auf Twitter bereits bekannt hat, wie überrascht er von dem Erfolg seines Werks in China ist. In Auftrag gegeben hatte dieses ein Pekinger Immobilienentwickler, der Latiolais zufolge aber keine Vorgaben an die Ähnlichkeit zum kommenden amerikanischen Präsidenten gemacht habe. Ob er die Trump-Merkmale der Figur vorsätzlich selbst zugefügt habe, das wollte der Illustrator gegenüber der „New York Times“ dann lieber auch nicht offen einräumen. Seine Eltern hätten auf jeden Fall für Trump gestimmt, sagte Latiolais, und diese seien vom Aufblas-Hahn begeistert.

          Ein anderes Produkt mit dem aufgedruckten Konterfei Donald Trumps aus China ist übrigens bereits seit fast einem Jahr ein Absatzhit. Entwickelt hat es das Unternehmen Qingdao Wellpaper von Chinas Ostküste. Anders als den Aufblashahn verkauft sich die Ware allerdings hauptsächlich in Übersee, genauer gesagt bei Kunden in den Vereinigten Staaten. Es handelt sich um Toilettenpapier.

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