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Neues iPhone : Apples unglaublicher Erfolg in China

Ein Apple Store in Hongkong. Die Strahlkraft der kalifornischen Kommunikationsgüter für den gehobenen Lebensstandard in China bleibt ungebrochen. Bild: Reuters

Die neuen iPhones sind da – und die Chinesen können den Kauf kaum abwarten. Apple wächst im Reich der Mitte rasend schnell. Bald dürfte China größter Markt der Amerikaner sein.

          Es scheint, als diskutiere halb China an diesem Donnerstagvormittag eine einzige Frage: „Was ist Rosègold?“ Bisher war Geldgolb die bevorzugte Farbe beim Kauf eines iPhones in China, die auch „Tuhaogold“ genannt wird – benannt nach den Parvenüs, Chinas aufstiegsfixierter unterer Mittelschicht, den „Tuaho“. Das iPhone 6 war ihnen bisher Statussymbol Nummer eins, und die Gehäusefarbe Gold dabei scheinbar polizeilich vorgeschrieben, urteilt etwa der Fluggast beim Durchschreiten des Gangs im Flieger auf der Strecke Peking-Schanghai angesichts des Meers an goldenen Apple-Geräten.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Am Mittwoch hat Apple in San Francisco nun die Nachfolgermodelle iPhone 6s vorgestellt, und auf Chinas Twitter-ähnlichem Kurznachrichtendienst Weibo fragen Nutzer wie „Shi Nafu Fossette“, was es mit der neuen Farbe auf sich hat. Das Roségold dürfte im Reich der Mitte abermals ein Erfolg für Apple werden, glaubt man Nutzern wie „PCPOP-Song“, die in Anlehnung an frühere Fälle Witze über die Finanzierung der anstehenden Neuerwerbung in China machen: „Ich werde mich in den kommenden einem Gesundheitscheck unterziehen, damit ich meine Niere verkaufen kann.“

          Die Vorfreude in China auf die neuen iPhones ist gewaltig, die dort erstmals zum gleichen frühen Zeitpunkt wie im Rest der Welt Ende des Monats erhältlich sein werden. Zwar legen auch die heimischen, weit günstigeren Konkurrenten wie die Pekinger Smartphonehersteller Xiaomi und Lenovo in der Gunst der Chinesen zu, die Apple jüngst auf Platz drei der Rangliste der Marktanteile verbannt hatten.

          Doch die Strahlkraft der kalifornischen Kommunikationsgüter für den gehobenen Lebensstandard bleibt ungebrochen. Apple-Vorstandschef Tim Cook verriet am Mittwoch bei der Vorstellung der neuen Modelle, dass die Verkäufe des iPhones in China derzeit gegenüber dem Vorjahr um 75 Prozent zulegen. Im größten Smartphonemarkt der Welt falle das Wachstum mehr als doppelt so hoch aus wie in anderen Märkten.

          Noch liegen die Umsätze auf dem chinesischen Festland, in Hongkong und Taiwan hinter Apples Geschäft in Amerika zurück. Doch das könnte sich nun durch die neuen iPhones bereits im laufenden Jahr ändern, mag die chinesische Volkswirtschaft auch derzeit weniger schnell wachsen. Er bekomme allmorgendlich die Verkaufszahlen aus China vorgelegt, hatte Apple-Chef Cook bereits vor einigen Wochen gesagt, Krisenzeichen könne er darin nicht erkennen. Und so ist der Umsatz in der Region auch im jüngsten Quartal um 112 Prozent auf 13 Milliarden Dollar gestiegen.

          Dass die neuen iPhones nun im Gegensatz zu den Vorgängermodellen für die Chinesen zum gleichen frühen Zeitpunkt erhältlich sind wie etwa in Amerika, Deutschland und Hongkong, dürfte nur eine Gruppe von Geschäftemachern ärgern: die Schmuggler, die in der Vergangenheit mit der chinesischen Gier nach Telefongold hohe Renditen erzielt haben.

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