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Vorgaben an Zubehör-Hersteller : Apples neue Verpackungspolitik

  • -Aktualisiert am

Von Apple-Produkten werden schon die Kleinsten angezogen Bild: Reuters

Wie kaum ein anderes Unternehmen inszeniert der iPhone-Hersteller den Auftritt seiner Produkte. Das wirkt sich nun auch auf Partnerunternehmen aus.

          2 Min.

          Wie viel Wert der amerikanische Technikkonzern Apple auf die Inszenierung seiner Produkte legt, zeigt eine Suche in der Patentdatenbank der Vereinigten Staaten. Die Inszenierung soll schon beginnen, wenn Käufer ihre neuen Geräte auspacken, egal ob es sich dabei nun um ein iPhone oder ein iPad oder einen Mac-Computer handelt. Und so finden sich in der Patentdatenbank mehrere Patente die sich auf die Verpackung von Apple-Hardware beziehen, etwa das Patent mit der Nummer US D701,757 S.

          Die beigefügte Zeichnung skizziert die Schichten, die sich heute jedem iPhone-Käufer zeigen, wenn er das Gerät zum ersten Mal aus der kleinen Kiste holt. Unter dem Deckel liegt das Telefon in einer Plastikschale, darunter folgt die Bedienungsanleitung, darunter das Ladegerät und die Kopfhörer. Dazu kommen mehrere Patente, die sich auf die Gestaltung der Geschäfte beziehen, die das Unternehmen betreibt. Sogar das Aussehen der in manchen Läden vorhandenen transparenten Treppe zum Obergeschoss ist per Patent geregelt. Was seine Produkte und Läden betrifft hat Apple eben gerne alles unter Kontrolle.

          Nach einem Bericht des amerikanischen Online-Mediums „Business Insider“ wird das Unternehmen diese Kontrolle nun auch auf Unternehmen ausweiten, die Zubehör in den Apple-Geschäften verkaufen. Einem internen Schreiben zufolge habe Apple alle Zubehör-Lieferanten aufgefordert, ihre Verpackungen zu überarbeiten. Zu den betroffenen Unternehmen gehören demnach der Hüllenproduzent Incase oder der Tastaturproduzent Logitech. Angeblich habe Apple auch schon Verpackungen zurückgeschickt, weil sie nicht den Ansprüchen des Unternehmens genügten. Apple wollte sich gegenüber dem „Business Insider“ nicht zu dem Thema äußern.

          Das Schreiben an die Partner regelt unter anderem, dass die Verpackung einen einheitlichen weißen Hintergrund haben soll oder das Logos gleichmäßig verteilt sind. Zudem sollen Produktfotos auf den Verpackungen künftig aus bestimmten Winkeln aufgenommen werden und das Verpackungsmaterial insgesamt eine höhere Qualität haben. Gerüchte über eine Angleichung der Verpackungen von Drittanbietern an die Apple-Standards hatte es schon Anfang Juli gegeben. Damals berichtete das Blog „9 to 5 Mac“ darüber.

          Sollten die Berichte zutreffend sein, bedeutet das zwar, dass Zubehör-Hersteller künftig wohl mehr in ihre Verpackung investieren müssen, um es mit ihren Produkten überhaupt in ein Apple-Geschäft zu schaffen. Auf der anderen Seite könnte sich die Angleichung auch positiv auf die Partner auswirken. Wenn deren Produkte vom ersten Eindruck im Laden näher an denen des Technikkonzerns dran sind, werden sie vielleicht häufiger gekauft.

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