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Bislang größter Zukauf : Apple bietet 3 Milliarden für Kopfhörerfirma Beats

  • -Aktualisiert am

Dr. Dre mit einem seiner beliebten Kopfhörer Bild: REUTERS

Es wäre die größte Übernahme in der Geschichte des kalifornischen Konzerns: Apple will das vom Hip-Hop-Star Dr. Dre mitgegründete Unternehmen Beats kaufen.

          Der amerikanische Elektronikriese Apple war schon immer für trendiges Design bekannt. Als vor mehr als zehn Jahren der digitale Musikspieler iPod auf dem Markt kam, wurden dessen weiße Kopfhörer zum wichtigen Erkennungsmerkmal der Apple-Gemeinde. Die schlichten und kleinen Ohrhörer haben mit den Jahren aber an Kultstatus eingebüßt. Wesentlich angesagter sind derzeit klobige, bunte Geräte der Marke „Beats by Dr. Dre“. Das ist offenbar auch im Hauptquartier von Apple im kalifornischen Cupertino registriert worden. Nach übereinstimmenden Medienberichten befindet sich Apple unmittelbar vor der Übernahme von Beats Electronics, dem Hersteller der Kopfhörer.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Der Preis für das vom Musikmanager Jimmy Iovine sowie dem Rapper und Musikproduzenten Dr. Dre gegründete Unternehmen wird mit 3,2 Milliarden Dollar beziffert. Das wäre die größte Übernahme in der Geschichte von Apple. Bereits in der kommenden Woche könnte das Geschäft offiziell bekanntgegeben werden, so die „Financial Times“. Einige Details seien zu noch klären, weshalb die Gespräche nach wie vor auch scheitern könnten.   

          Der Konzern hat in den vergangenen anderthalb Jahren mehr als 20 kleinere Unternehmen gekauft und deren Technologie in seine Produktpalette integriert, zu der unter anderem das internetfähige Handy iPhone und der Tablet-Computer iPad gehören. Apple hatte mit diesen innovativen Produkten eigene Märkte geschaffen. Kritiker bemängeln allerdings, dass Apple seit Jahren nicht mehr mit bahnbrechenden Neuigkeiten aufgewartet hat.

          Streamingdienst für Musik: „Beats Music“

          Kopfhörer sind eines der wachstumsstärksten Segmente in der Elektronikindustrie. Nach Angaben der Marktforschungsgesellschaft NPD Group stieg der Umsatz mit Kopfhörern alleine in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr um 11 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz von Beats Electronics, deren Kopfhörer mehrere hundert Dollar kosten, wird auf 1,2 Milliarden Dollar geschätzt.

          Beats ist allerdings nicht nur wegen der modischen Kopfhörer attraktiv für Apple. Das Unternehmen betreibt seit Januar auch einen Streamingdienst für Musik - „Beats Music“. Über diese neuen Dienste, zu denen Anbieter wie Spotify aus Schweden gehören, können Fans Musik gegen eine monatliche Gebühr abonnieren. Die Titel gehören den Kunden in diesem immer populärer werdenden Geschäft allerdings nicht mehr. Apple hatte zuletzt einen eigenen Streamingdienst gestartet und will diesen Trend offenbar nicht verpassen. Bisher konzentrierte sich Apple auf seinen digitalen Plattenladen „iTunes Store“, wo Kunden über das Internet einzelne Musiktitel oder Alben erwerben können.

          Apple ist der umsatzstärkste Musikeinzelhändler der Welt. Nach Angaben der NPD Group dominierte Apple den Markt für das digitale Herunterladen von Musik im vergangenen Jahr mit einem Anteil von 63 Prozent. Allerdings hat das Umsatzwachstum in diesem Bereich zuletzt nachgelassen.

          Zu den Investoren von Beats Electronics gehören die Beteiligungsgesellschaft Carlyle und die Universal Music Group des französischen Medienkonzerns Vivendi. Der Aktienkurs von Apple gab am Donnerstag leicht um 0,2 Prozent auf 588 Dollar nach.

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