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Neue Anwendungen : Amerikas Himmel ist voller Drohnen

Die Anwendungsmöglichkeiten von Drohnen werden immer vielfältiger. Bild: dpa

Manche sind gefährlich, manche tödlich: Die Polizei zeigt vitales Interesse.

          2 Min.

          Jede Woche zeigen sich neue Anwendungen für Drohnen. Die unbekannten Flugobjekte liefern Laborproben von Krankenhaus zu Krankenhaus, observieren Wasserdämme auf Leckagen oder fotografieren Äcker, um Landwirte darüber zu informieren, wo sie noch nachdüngen oder spritzen sollten. Die kommerziellen Dohnen ergänzen die rund 770.000 Drohnen, die nach Angaben der Zuzahlungsbehörde Federal Aviation Administration im amerikanischen Luftraum unterwegs sein dürfen. Knapp 40.000 wurden allein in den letzten beiden Wochen des Vorjahres registriert, weitere 100.000 kamen in den ersten drei Monaten dieses Jahres hinzu. Die FAA hält es für möglich, das Ende 2020 sage und schreibe sieben Millionen Drohnen in den Vereinigten Staaten registriert sein könnten.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Eine treibende Kraft im Geschäft mit Drohnen sind neben den Hobby-Fliegern die Polizei- und Sicherheitsdienste. Sie lassen sich beständig Neues einfallen, um mit Drohnen Verbrecher zu jagen und vermeintliche Staatsfeinde bekämpfen. Die neueste Idee kommt vom amerikanischen Grenzschutz. Statt Amerikas Südgrenze mit einer Mauer zu befestigen - auf die Methode waren die Chinesen immerhin  schon 700 Jahre vor Christi Geburt gekommen, könnte man ja auch auf moderne Technologie setzen: Drohnen zum Beispiel.

          Polizeibehörden und Feuerwehren kaufen mehr Drohnen als je zuvor

          Die Grenzschützer haben ein System der Überwachung aus der Luft ausgeschrieben, dass auf kleinen handelsüblichen Drohnen basiert. Sie sollen einfach auf einem Transporter befördert werden können. Sie soll klein genug sein, dass sie ein einzelner Grenzschutzbeamter transportieren und in kürzer als fünf Minuten in Gang bringen kann. Die Dohnen sollen mit Infrarotkameras ausgestattet sein und zudem mit Gesichtserkennungstechnologie.

          Polizeibehörden und Feuerwehren kaufen mehr Drohnen als je zuvor. Voriges Jahr haben alle 167 dieser Institutionen Drohnen angeschafft. Doppelt so viele wie im Vorjahr, fand das Zentrum für das Studium der Drohne heraus. Im Bundesstaat Indiana spürten Polizisten im vorigen Jahr einen Mann nach einer Verfolgungsjagd auf. Der Flüchtige hatte mit seinem Auto einen Unfall gebaut und war dann zu Fuß weiter gegangen. Eine mit Wärmekamera ausgestattete Drohne fand den Mann schließlich. In Maryland spürte ein Sheriff gestohlene Baufahrzeuge im Wert von 400.000 Dollar auf. Bei einem Großfeuer im kalifornischen Oakland spürten Drohnen die Brandherde auf. Den Boston-Marathon, vor vier Jahren Ziel eines Attentats, werden diesmal ebenfalls Drohnen überwachen helfen.

          Jetzt gibt es neue Überlegungen bei verschiedenen Ermittlungsbehörden: Schießende Drohnen. Im Bundesstaat Connecticut prüft der Gesetzgeber, ob er der Polizei die Nutzung von Drohnen erlauben soll, die mit tödlichen Waffen ausgestattet sind. Bürgerrechtsgruppen protestieren. Das Gesetz würde die Nutzung bewaffneter Drohnen allen verbieten außer der Polizei. Die Beamten bekämen ein spezielles Training, bevor sie an die Killerdrohnen gelassen würden. North Dakota erlaubt Drohnen mit nicht tödlichen Waffen wie Tränengas-Pistolen.

          Wundern muss man sich, dass Drohnen das Interesse der Ermittler wecken. Im amerikanischen Militär sind Drohnen-Attacken Routine. Präsident Barack Obama hatte in seiner Amtszeit grob jede Woche eine tödliche Drohnenattacke in Somalia, im Jemen und in Pakistan angeordnet. Gut 560 hat das Büro für investigativen Journalismus gezählt, gut zehnmal so viele wie unter Präsident George W. Bush. Die Federal Aviation Administration hat jüngst eine Verordnung erlassen, der Drohnenflug in der Nähe zahlreicher Militäranlagen verbietet.   

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