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Amerikaner reagieren auf Anschläge : Her mit der Knarre

Trauer um die Opfer in San Bernardino. Bild: AFP

Attentate wie das von San Bernardino animieren die Amerikaner zum Waffenkauf. Und immer mehr fragen, ob sie ihre Waffe versteckt tragen dürfen.

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          Anschläge wie der tödliche Angriff im kalifornischen San Bernardino, das Attentat von Paris oder der tödliche Überfall auf ein Gesundheitszentrum in Colorado Springs haben eine verblüffende Folge: Die Amerikaner kaufen offenbar mehr Waffen. Geschäfte im ganzen Land vermeldeten zuletzt höhere Umsätze. Dazu steigt offenbar die Nachfrage nach behördlichen Erlaubnissen, Waffen verborgen tragen zu dürfen.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Die Käufer nennen zwei wichtige Gründe, sich mit Gewehren, Pistolen und Munition einzudecken. Zum einen fürchten sie mit der Häufung solcher Attentate, dass sie selbst oder ihre Schutzbefohlenen einer solchen Situation hilflos geliefert seine könnten. Ein Polizeischeriff in einer ländlichen Region des Bundesstaates New York hat seine Bürger mit der entsprechenden Berechtigung via Facebook aufgefordert, sich zu bewaffnen angesichts der Anschläge in den Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt. Er wolle auch alle Polizeibeamten und Pensionäre des Polizeidienstes daran erinnern, stets eine Waffe zu tragen, wann immer sie das Haus verlassen.  

          Ein weiteres Kaufmotiv scheint die Sorge vor einer Verschärfung der Waffengesetze zu sein. Deshalb steigen Waffenverkäufe nicht nur nach brutalen Überfällen, sondern auch in Wahlkampfjahren 2008 und 2012. Im Jahr 2009, kurz nachdem Barack Obama zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, stieg die Zahl der produzierten Waffen (Pistolen, Revolver, Flinten und andere Gewehre) im Land um rund eine Million auf 5.500.000, berichtet die Bundesbehörde „Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives“. Die Zahl der Importe wuchs ebenfalls um eine Million auf 3.600.000. Amerikanische Kunden haben unter anderem die Produktionsfirma für russische Kalaschnikow-Gewehre der berüchtigten Reihe AK 47 am Leben gehalten.    

          Die Exporte wachsen nicht

          Die Exporte stagnierten 2009 hingegen auf 250.000: Die zwei Million zusätzlichen Waffen waren für die Vereinigten Staaten bestimmt. Obama stand im Verdacht, vor allem das Kaufen von halbautomatischen Waffen erschweren zu wollen. „Sorge vor möglichen neuen Gesetzen, das treibt die Waffennarren, aber auch Newcomer dazu, eine Waffe kaufen zu gehen“, berichtet  die Forschungsfirma Ibisworld. Nach den jüngsten Zahlen von 2012 gingen  in dem Jahr rund 11,5 Millionen Waffen über den Ladentisch, was einer Verdopplung binnen fünf Jahren entspricht.       

          Genauere Zahlen über die Anzahl der verkauften Waffen gibt es nicht. Ein großer Teil der Abschlüsse wird nicht registriert, was in vielen Teilen des Landes legal ist. Einen guten Hinweis über den Trend gibt es trotzdem. Viele Geschäfte verlangen aufgrund rechtlicher Auflagen Background-Checks. Dafür werden die Angaben des potentiellen Käufers durch eine Datenbank der Bundespolizei FBI gejagt. Am Tag nach Thanksgiving, der klassische Großkauftag der Amerikaner, überprüfte die Bundespolizei 185.000 Käufer, 5 Prozent mehr als im Jahr davor. Einen Sprung von 40 Prozent  in den Überprüfungen hatte das FBI zuletzt im Dezember 2012 nach dem Überfall auf eine Grundschule in Connecticut registriert, bei der 26 Menschen ums Leben kamen, viele davon Kinder.

          Ein Geschäftsbesitzer aus Arizona gab gegenüber Reportern der „New York Times“ an,  dass häufiger als früher Frauen die Käufer seien. Sie würden von ihren Männern animiert, sich zu bewaffnen. „Sie sollen nicht wie hilflose Enten im Teich sitzen.“

          Doch Waffen werden, sagen die Forscher in großer Mehrheit, mitnichten überwiegend zur Selbstverteidigung verwendet. In Amerika erschießen sich Im Jahr rund 12 000 Menschen, das sind einige hundert mehr, als erschossen werden. Gesetze, die das Waffentragen erlauben, sind nach Untersuchungen der Stanford-Universität eindeutig mit mehr Gewaltverbrechen verbunden

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