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Null Interesse : Amerikaner bleiben der Automesse in Tokio fern

VW wird auch dieses Jahr auf der Tokyo Motor Show vertreten sein. Bild: Reuters

Der amerikanische Präsident Donald Trump bedrängt Japan, die Einfuhr amerikanischer Autos zu erleichtern. Amerikas Autobauer trauen Trumps Verhandlungskünsten aber anscheinend nicht.

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          Die amerikanischen Autohersteller werden auch in diesem Jahr der Tokyo Motor Show im Herbst fernbleiben. Nach der vorläufigen Ausstellerliste des japanischen Branchenverbands wird die größte Automesse Japans abermals zu einem japanisch-europäischen Treffen. Als ausländische Hersteller kommen die deutschen und die französischen Autobauer und erstmals seit vier Jahren auch wieder Volvo aus Schweden, das in chinesischem Besitz ist.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Aus Amerika aber ist das Interesse fast gleich Null. Selbst die Fiat-Chrysler Gruppe, die auf der vorherigen Automesse im Jahr 2015 Fahrzeuge der Marken Jeep und Fiat präsentierten, will in diesem Jahr Tokio fernbleiben. General Motors und Ford hatten in Tokio zuletzt im Jahr 2007 ausgestellt. Ford hatte sich im vergangenen Jahr komplett aus Japan zurückgezogen. Der Elektroautospezialist Tesla stellte auf der alle zwei Jahre stattfindenden Automesse zuletzt 2013 aus.

          Das geringe amerikanische Interesse an der Autoschau spiegelt die abnehmende Bedeutung des japanischen Automarkts wider, der mit der schrumpfenden Bevölkerung des Landes kaum Wachstumsperspektiven bietet. In Asien hat die Automesse in Schanghai Tokio den Rang abgelaufen.

          Dass die amerikanischen Autobauer nach Tokio nicht anreisen wirft zugleich ein Schlaglicht auf die Klagen der neuen amerikanischen Regierung, dass Japan den Automarkt vor Importen über Gebühr abschotte. Entweder haben die amerikanischen Autobauer kein Vertrauen in die Bemühungen des neuen Präsidenten Donald Trump, Japan zu einer Marktöffnung zu bewegen. Oder aber es ist in amerikanischen Unternehmen ganz einfach zu mühsam, sich mit ihren Produkten auf die japanischen Kundenwünsche einzustellen. Die deutschen Autobauer demonstrieren in Japan derweil, dass man in dem schwierigen Markt mit hochpreisigen Fahrzeugen Erfolg haben kann.

          Ein amerikanisches Unternehmen wird auf der Tokyo Motor Show 2017 dennoch dabei sein: Zum ersten Mal seit 2009 hat sich Harley Davidson wieder angemeldet. Japan ist für den Motorradhersteller aus Milwaukee, Wisconsin, der wichtigste Markt in Asien und nach Amerika und Europa der drittwichtigste Markt überhaupt.

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