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40 Jahre Playmobil : Von Zinnfiguren zum Plastik

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Playmobil-Figuren in der Ausstellung Bild: dpa

Eine Ausstellung im Nürnberger Spielemuseum zeigt von heute an die Geschichte der Playmobil-Figuren. Nur die Form ist gleich geblieben.

          Ihre Grundform ist gleichgeblieben, aber dem Zeitgeist mussten sich die kleinen bunten Playmobil-Figuren mehrfach unterwerfen. So ist der Plastik-Bierkasten aus dem Bauarbeiter-Set längst verschwunden - Arbeitssicherheit steht auch in Deutschlands Kinderzimmern hoch im Kurs. In der Mittelalter-Spielewelt sucht man den früheren Tanzbären vergeblich, nachdem Tierschützer vor Jahren die Marktplatzauftritte von Meister Petz als Tierquälerei gegeißelt hatten. Dafür gibt es seit einiger Zeit den Bankräuber auch als weibliche Variante. Schließlich - so die Botschaft der Spielzeug-Designer - ist Kriminalität keine männliche Domäne.

          Den Alltag der Kinder und ihre Fantasiewelt widerspiegeln, und das möglichst zeitgemäß - diesem Prinzip sei der fränkische Playmobil-Hersteller Geobra Brandstätter bis heute treugeblieben, ist Urs Latus überzeugt. Zusammen mit seiner Kollegin Christiane Reuter hat er sich monatelang mit dem Phänomen „Playmobil“ auseinandergesetzt. Anlass ist das 40-jährige Bestehen des Unternehmens aus Zirndorf.

          Das Ergebnis ihrer Studien ist von diesem Donnerstag (10. April) an in einer Ausstellung im Nürnberger Spielzeugmuseum zu sehen. Unter dem Motto „Die Welt im Spiel - 40 Jahre Playmobil“ zeigt sie die Geschichte des bunten Plastikspielzeugs von der ersten Entwurfsskizze bis zu heutigen Spielwelten.

          Aus spielzeughistorischer Sicht sind die Figuren - wie Kurator Latus feststellt - eigentlich nichts Besonderes: Sie passen sich nahtlos in die Tradition sogenannter Aufstellfiguren ein. Nur sind sie eben nicht mehr aus Zinn, Holz, Blech oder Porzellan, sondern aus Kunststoff. Playmobil kopiere, wenn auch auf sehr moderne Weise, ein uraltes Spielprinzip.

          Die Geburtsstunde der „kinderhandlichen“ Spielfiguren schlug nach Latus’ Angaben während der Ölkrise Anfang der 1970er Jahre. Der damalige Firmenchef und ausgebildete Kunststoffformenmacher Horst Brandstätter suchte unter dem Eindruck der Öl-Verknappung nach Alternativen zu rohstoffintensiven Produkten wie Wasserskiern, Booten und großem Plastikspielzeug.

          Sein Mustermacher Hans Beck habe ihm schließlich erste Prototypen der von ihm entworfenen Playmobilfiguren präsentiert. Wie die Ausstellung zeigt, hat sich seitdem an der Grundform der Plastikmänner, denen später auch Plastikfrauen und Plastikkinder folgten, kaum etwas geändert. Inzwischen verkauft das Unternehmen pro Jahr 100 Millionen der auf Malta hergestellten Figuren.

          Auch Künstler haben die Figuren für sich entdeckt. In Nürnberg erinnert zum Beispiel das Werk „Umgekehrter Hamburger Kessel“ an die einstige Belagerung von Demonstranten durch die Hamburger Polizei: Hunderte von Playmobil-Demonstranten umzingeln eine kleine Gruppe von Polizei-Figuren.

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