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Fruchtbarer Kontinent : Die Landwirtschaft könnte Afrikas Hoffnung sein

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Hohe Abhängigkeit von Agrarwirtschaft

In Afrika ist die Landwirtschaft für die überwiegende Zahl der Menschen das Beschäftigungsfeld. Während sie in Deutschland nur noch rund 0,6 Prozent zur Bruttowertschöpfung beiträgt, ist sie im Süden immer noch mit Abstand die wichtigste Branche. Es gibt Staaten wie Kongo, in denen sich fast die gesamte Bevölkerung als Subsistenzlandwirte selbst versorgt. In vielen Staaten sind mehr als zwei Drittel der Bevölkerung von der Agrarwirtschaft abhängig. Laut Weltbank liegen von den 15 Ländern der Welt mit dem höchsten Landwirtschaftsanteil an der Gesamtwirtschaftsleistung 14 in Afrika: ganz vorn Sierra Leone mit 61,6 Prozent, hinten Kenia mit 30,3 Prozent des BIP. Gleichwohl leben auch in Kenia rund 80 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft.

Trotz Dürren ein potentialreiches Agrarland: Äthiopien

Lange gab es genug Land, doch wegen steigender Bevölkerungszahlen ändert sich das. Gerade mal einen halben Hektar Land hat der durchschnittliche Landwirt in Kenia noch, kaum genug, um Überschüsse zum Verkauf zu produzieren. Zwei Drittel aller landwirtschaftlichen Betriebe in Afrika sind weniger als ein Hektar groß. Die Kleinlandwirte sind wenig produktiv und daher arm.

Doch eine plumpe Intensivierung der Landwirtschaft kann nicht die Lösung sein. Weil eine Intensivierung nach nordamerikanischem oder europäischem Vorbild Hunderte Millionen Menschen auf dem Land zunächst arbeitslos machen, in Städte und einen Teil von ihnen vielleicht nach Europa ziehen lassen würde, sieht kaum eine Entwicklungsorganisation darin den Weg. Projekte wie in Marokko empfiehlt auch die FAO – und rät Entwicklungs- und Schwellenländern, Sozialleistungen an landwirtschaftliche Programme zu koppeln. Das würde die Wohlfahrt der Kleinbauern verbessern.

Ernährungslage auf der Welt hat sich verbessert

Die Ernährungslage auf der Welt hat sich dabei laut der FAO seit Jahren und Jahrzehnten verbessert. Das gilt auch für Nordafrika und Teile des Ostens. Ausnahmen bilden aber weiterhin Großteile von Afrika südlich der Sahara. Und gerade die Regionen, wo schon vorher viele Millionen Hungernde leben, wurden auch 2016 wieder von Dürren heimgesucht: Angola, Sambia, Moçambique, Simbabwe, Namibia, Botswana, Somalia und Swasiland, resümierst die FAO – und auch Äthiopien.

Dabei gilt Äthiopien als eines der potentialreichsten Agrarländer des Kontinents, das einen kräftigen Aufschwung erlebt hat. Seine Wirtschaftsleistung wächst seit längerem um rund 10 Prozent im Jahr. Die Landwirtschaft trägt 48 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Dafür sorgten auch chinesische Staatsfonds oder arabische Investoren, die Mega-Farmen errichten ließen. Kritiker sprechen von „Land Grabbing“, Landraub, bei dem die früheren Kleinbauern verdrängt werden. Die Ernährungssituation bessert sich auch nicht. Tatsächlich ist es nicht die Intention der Araber und Chinesen, hier überwiegend Lebensmittel für die äthiopische Bevölkerung zu ernten.

Große Investitionen in Fleischproduktion

So wird Afrika immer mehr Getreide entnommen. Die Landmatrix-Initiative, die mit der EU-Kommission und der deutschen Gesellschaft für Entwicklung und Zusammenarbeit kooperiert, hat jüngst errechnet, dass 10 Millionen Hektar in Afrika von internationalen Investoren übernommen worden seien: vor allem aus Malaysia, den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Singapur und Saudi-Arabien. Auch deutsche Investmentfonds seien darunter. Die Landverkaufs- und Exporterlöse verwendet Äthiopien anderseits für eigene Investitionen: Hier gibt es die größten Tiermastanlagen Afrikas und eine florierende Lederindustrie.

Mehr Fleischproduktion ist durch moderne Massentierhaltung möglich, die überall im Entstehen ist. In Burkina Faso nimmt die industrielle Hühnchenerzeugung Fahrt auf. 3 Millionen Küken im Jahr und 1,5 Kilogramm schwere Hühnchen sollen dort künftig mittels neuer Anlagen aufgezogen werden. Das Geld kommt von Investoren aus der Elfenbeinküste.

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