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Schätzung der UN : So viel Geld verliert Afrika jedes Jahr durch Korruption

Entwicklungsprojekte sind anfällig für Korruption: Schild zeigt den geplanten Bau einer hydraulischen Elektropumpe im Kongo (Symbolbild) Bild: AFP

Korruption ist eine Plage – vor allem in den 54 afrikanischen Ländern. Jetzt haben die Vereinten Nationen einen Bericht veröffentlicht, in dem der Schaden durch schwarze Kanäle beziffert wird.

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          Bezahlte Staatsbeamte, die es nicht gibt, Geldwäsche und Steuerhinterziehung: Diese Woche kommen die Mitglieder der Afrikanischen Union (AU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba zu ihrem 30. Gipfeltreffen zusammen. Thema der Veranstaltung ist der Kampf gegen Korruption – zum allerersten Mal in der 54-jährigen Geschichte der Organisation. Nigerias Präsident Mohammed Buhari, der mit der Anti-Korruptionskampagne beauftragt ist, will am Freitag seinen Fahrplan zur Eindämmung dergleichen vorstellen. Sein Bericht dürfte möglicherweise überholt sein. Die Generalsekretärin der UN-Wirtschaftskommission für Afrika, Vera Songwe, bezifferte am Donnerstag die Ausmaße von Korruption auf dem Kontinent.

          Martin Franke

          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET.

          148 Milliarden Dollar, umgerechnet fast 120 Milliarden Euro, versickerten demnach jedes Jahr in schwarzen Kanälen, berichtet „Vanguard“ aus Nigeria unter Berufung auf Songwe. Die vielen Milliarden Dollar machten knapp 25 Prozent von Afrikas durchschnittlichem Bruttosozialprodukt aus – und hinderten massiv die Entwicklung der insgesamt 54 afrikanischen Länder.

          Besonders betroffen sei die Verbesserung der Infrastruktur, sagt Songwe laut dem Bericht: kostenlose Schulen, anständig bezahlte Lehrer, Gesundheits- oder Abwassersysteme. Doch das fehlende Geld verursache nicht nur Investitionslücken, sondern habe auch enorme Auswirkungen für die Menschen vor Ort. „Das vorgesehene Wirtschaftswachstum bleibt mangelhaft für Afrika, um wirkliche Fortschritte für eine nachhaltige Entwicklung zu machen“, so Songwe. Vor allem das Erreichen eines der zentralen Millenniumsziele, extreme Armut und Hunger zu bekämpfen, würde von Korruption behindert. Das Armutsniveau liege nach Angaben der Kommissionschefin noch immer bei 40 Prozent.

          Dafür blühten weiterhin die Seilschaften der politischen Cliquen, sich gegenseitig blockierende Verwaltungsapparate und der illegale Abbau natürlicher Ressourcen. Und welches Rezept gibt es gegen Korruption? Vera Songwe spricht davon, verstärkt auf Strukturreformen und regionale Integration zu setzen. Mit anderen Worten: Ministerien oder Behörden beispielsweise besser zu kontrollieren.

          Nigerias Präsident, der in Addis Abeba für ganz Afrika seine Roadmap vorstellen will, hat in seinem eigenen Land stark mit Korruption zu kämpfen. Deshalb hat er es auch als die größte Menschenrechtsverletzung definiert. Afrikas Staatschefs dürfen gespannt sein, wie viel sie durch die Initiative der Afrikanischen Union nun selbst offenlegen müssen.

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