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Hemmnisse für den Handel : Der Traum vom Freihandel in ganz Afrika

Entwicklungsfähig: Transport in Burundi. Bild: Reuters

Hohe Zölle, miserable Straßen und willkürliche Bürokratie verhindern, dass innerhalb Afrikas mehr gehandelt wird. Das könnte sich radikal ändern.

          5 Min.

          In Nakonde, dem Grenzposten zwischen Tansania und Sambia, herrschte wieder einmal das übliche Chaos. Kilometerlang stauten sich die schlammverkrusteten und heillos überladenen Laster in beide Richtungen. Einige standen schon seit Tagen dort und warteten auf die Abfertigung. Nur die Prostituierten witterten ein gutes Geschäft mit den Truckern, die an ihren Flaschen mit Kilimanjaro-Bier hingen. Diesmal war es besonders schlimm. Ein Blitz hatte in das Häuschen der Kontrolleure eingeschlagen und das System lahmgelegt, nichts ging mehr.

          Thilo Thielke †

          Freier Berichterstatter für Afrika mit Sitz in Kapstadt.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Der deutsche Entwicklungshelfer, seine Frau und die kleine Tochter rollten sich hinten in ihrem VW-Bus in dicke Decken ein und verbrachten dort die Nacht im prasselnden Regen. Seit vier Jahrzehnten ist der Entwicklungshelfer in Afrika unterwegs. Er kennt den Kontinent, und er kennt seine Grenzen. „Viel geändert hat sich nicht“, sagt er, „zwischen den Staaten herrscht meist das reinste Chaos.“ Den Lastwagen mit Umzugsgut vertraute er lieber einem Sambier, der über die grüne Grenze rumpelte. Darauf, dass er mit seinem Privateigentum von den Zöllnern korrekt abgefertigt werden würde, mochte sich der Afrika-Veteran nicht verlassen. Er kennt die Korruption. An den Grenzen, sagt er, gehe kaum ein Transport durch, ohne dass Schmiergeld gezahlt werde. Als besonders schlimm gilt in Ostafrika der Hafen von Daressalam in Tansania.

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