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Afrikas Milliardäre : Der Klub der Superreichen

Er gilt als der reichste Afrikaner: Der Nigerianer Aliko Dangote Bild: AFP

In Afrika gibt es 24 Milliardäre. Die meisten von ihnen verdanken ihr Vermögen Rohstoffen und verdächtig engen Kontakte in die Politik. Doch der Kontinent hat auch andere Erfolgsgeschichten zu bieten.

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          Mohammed Dewji hat keine Scheu vor großer Konkurrenz: Der Tansanier will Coca-Cola, Red Bull und Fanta in seiner Heimat Marktanteile abjagen, auch Konsumgüterkonzernen wie Procter & Gamble oder Unilever bietet er die Stirn. Außerhalb Afrikas ist der 41 Jahre alte Chef des Konzerns Mohammed Enterprises Tanzania Limited (METL) kaum bekannt, doch laut der amerikanischen Liste des „Forbes“-Magazins hat er ein Vermögen von 1,09 Milliarden Dollar. Dewji ist der jüngste unter 24 Dollar-Milliardären auf dem Kontinent.

          Claudia Bröll

          Freie Afrika-Korrespondentin mit Sitz in Kapstadt.

          METL ist eines der typischen Konglomerate im südlichen Afrika: Die Angebotspalette reicht von der „Mo Cola“ über Kleidung, Seifen, Waschmittel, Fahrräder, Sisal, Tee, Baumwolle bis zu Finanz- und Telekomdienstleistungen. Als der an der Georgetown-Universität in Washington ausgebildete Dewji 1999 den Familienbetrieb übernahm, machte dieser etwa 30 Millionen Dollar Umsatz. 15 Jahre später waren es 1,3 Milliarden Dollar. Ähnlich wie die Dewji-Familie gelangte Aliko Dangote, der reichste Mann Afrikas, zu seinem Vermögen. Mit Zement, Reis, Zucker und Mehl fing es an, heute mischt der Nigerianer auch in der Mobilfunk- und Ölbranche mit.

          Die Diversifikation in viele Branchen habe auch mit der Risikoabsicherung zu tun, erklärt Colin Coleman, Chef von Goldman Sachs in Südafrika. Afrika ist bekannt für große Chancen, aber auch ebenso große Risiken. Das nützt den Platzhirschen, die sich stark ausbreiten, ohne starke internationale Konkurrenz fürchten zu müssen.

          Niedergang der Rohstoffpreise setzt zu

          In der „Doing Business“-Rangliste, dem Standortranking der Weltbank, findet sich das erste afrikanische Land - Mauritius - auf Platz 48. Auf Platz 56 folgt Ruanda und auf Rang 132 Dewjis Heimat Tansania. Zum Vergleich: Deutschland liegt an 17. Stelle des globalen Standort-Rankings.

          Der Niedergang der Rohstoffpreise seit gut zwei Jahren und die Schwäche afrikanischer Währungen hat aber auch Dewji, Dangote und anderen Reichen in Afrika zugesetzt. Die Zahl der Dollar-Milliardäre sank von 29 auf 24. Der Rückgang zeigt, dass die Superreichen ihr Vermögen immer noch großenteils Bodenschätzen verdanken. Zwar stammen auch der IT-Senkrechtstarter Mark Shuttleworth und Elon Musk, der Paypal-Mitentwickler und heutige Tesla-Chef, aus (Süd-)Afrika, doch ihrer Heimat sind sie nur noch über soziales Engagement verbunden.

          Für die Nigerianer ist die wichtigste Einnahmequelle weiterhin das Öl. Mike Adenuga, der zweitreichste Milliardär in Afrika, hatte sich während des Studiums in Amerika als Taxifahrer durchgebracht. Zurück in Nigeria, handelte er mit allem Möglichen, gelangte dank guter Kontakte ins Ölgeschäft. Die Einnahmen nutzte er, um in die Telekommunikation einzusteigen.

          Grenzen zwischen politischer und wirtschaftlicher Welt fließend

          Heute gehört ihm das zweitgrößte Mobilfunkunternehmen in Nigeria, einem Land mit 180 Millionen Einwohnern. Adenugas Vermögen schätzt „Forbes“ auf 6,2 Milliarden Dollar. Die reichste südafrikanische Familie wiederum, die Oppenheimers, haben ihr Geld einst mit Gold und Diamanten verdient. Auch ein Neuzugang, Patrice Motsepe, setzt mit seinem Konzern African Rainbow Minerals auf Bodenschätze: auf Eisenerz, Platin, Kupfer und Kohle. Motsepe wurde damit zum reichsten schwarzen Südafrikaner.

          Wie anderswo müssen erfolgreiche Unternehmer aber auch in Afrika den richtigen Riecher zur richtigen Zeit haben. Koos Bekker, „Afrikas Rupert Murdoch“, gründete in den neunziger Jahren das Mobilfunkunternehmen MTN, investierte später als Chef des Medienhauses Naspers in digitales Fernsehen und IT. Dank der Beteiligung am chinesischen Internetunternehmen Tencent wurde der biedere Verlag zum Börsen-Schwergewicht und Bekker zum Milliardär.

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