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Afghanistan : Angeblich riesige Mineralvorkommen entdeckt

  • Aktualisiert am

Bislang gilt Bolivien als das Land mit den größten Lithium-Vorkommen Bild: AP

Amerikanische Geologen haben in Afghanistan einem Bericht zufolge Mineralvorkommen mit einem Schätzwert von fast einer Billion Dollar entdeckt. In einem internen Pentagon-Papier werde Afghanistan als das „Saudi-Arabien für Lithium“ bezeichnet.

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          Nach einem Bericht der „New York Times” vom Montag sitzen die Afghanen auf Mineralien im Wert von einer Billion Dollar - weit mehr als bisher angenommen und genug, um die Wirtschaft des geschundenen Landes komplett zu verändern.

          Nach Informationen der Zeitung verfügt Afghanistan über mindestens so große Lithium-Reserven wie bisher nur Bolivien. Afghanistan könnte für Lithium den Stellenwert erhalten, den Saudi-Arabien für Öl hat. In einem internen Pentagon-Papier werde Afghanistan daher als das „Saudi-Arabien für Lithium“ bezeichnet. Neben dem für die Computer- und Handyindustrie wichtigen Lithium gebe es riesige Vorräte an Eisen, Kupfer und Gold, zitierte die Zeitung hochrangige amerikanische Regierungsbeamte weiter.

          Die Bodenschätze seien von einem kleineren Team aus Pentagon- Mitarbeitern und Geologen entdeckt worden - und zwar mit Hilfe von Karten- und Datenmaterial sowjetischer Bergbau-Experten, die noch aus der Zeit der sowjetischen Besatzung in den 80er Jahren stammen. Nach dem Rückzug der sowjetischen Soldaten und dem darauffolgenden Chaos nahmen afghanische Geologen die Karten an sich, wie die „New York Times“ weiter berichtete. Erst nach dem Sturz der Taliban Ende 2001 förderten sie die Informationen wieder zu Tage. „Es gab Karten, aber wegen der Kriege blieb die Entwicklung 35 Jahre lang stehen“, sagte der afghanische Ingenieur Achmed Hudschabre, der in den 70er Jahren für das Bergbauministerium arbeitete.

          Bild: USGS

          Der afghanische Präsident Hamid Karsai sei kürzlich informiert worden. Der für die Region zuständige amerikanische General David Petraeus sprach in einem Interview am Wochenende von „atemberaubenden Möglichkeiten“.

          „Für Afghanistan ist das (...) die vielleicht beste Nachricht der letzten Jahre“, sagte der Sprecher des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai, Waheed Omar, am Montag in Kabul. Zugleich betonte er, dass die Studie im Auftrag seiner Regierung erstellt worden sei.

          Lithium ist der Kernrohstoff für die Produktion von Akkus für Laptops oder Handys. Europa besitzt keine nennenswerte wirtschaftlich abbaubaren Lithiumlagerstätten. Weil Lithium auch für Batterien von Elektrofahrzeugen immer wichtiger wird, prüfen derzeit Firmen den Abbau von Lithium in verschiedenen Regionen der Welt.

          Ob das von Krieg und Bürgerkrieg zerstörte Land in der Lage sein wird, seine Bodenschätze so auszubeuten, dass der Reichtum auch bei der Bevölkerung ankommt, ist nach Auffassung von Experten fraglich. Die Zentralregierung in Kabul bekomme weder die Aufstände der radikalislamischen Taliban noch die grassierende Korruption in den Griff, geben sie zu bedenken. Das Land habe zudem so gut wie keine funktionierende Infrastruktur. „Ich zweifle sehr, dass wir in der Lage sein werden, all diese Bodenschätze richtig zu managen“, sagte der Politikwissenschaftler Dschanan Mosasai der Nachrichtenagentur AFP. „Wir kennen genügend Beispiele für Staaten, deren natürliche Reichtümer zum Fluch für Frieden und Wohlstand der Menschen wurden“, sagte er unter Verweis auf die Lage im ölreichen Nigeria.

          Afghanistans Rohstoff-Reichtum könnte zudem zu einem Interessenkonflikt zwischen Washington und Peking führen. China erhielt bereits einen riesigen Auftrag zum Abbau von Kupfer. Kritiker in Washington monieren, dass China mit dem Kupfer Geld mache, während amerikanische Soldaten gegen die Taliban kämpfen.

          Im Norden Afghanistans, für den die Bundeswehr militärisch zuständig ist, wird seit Jahrtausenden der berühmte blaue Edelstein Lapislazuli abgebaut. Mit deutscher Hilfe wird in Kundus die Ausbildung junger Afghanen zu Edelsteinschleifern gefördert, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Wertschöpfung im Land zu halten. Bislang werden die Edelstein, darunter auch Rubine und Smaragde, meist in Pakistan oder Indien verarbeitet.

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