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Europas Kampf um Mediziner : Wie reiche Staaten in Europa armen Ländern die Ärzte abwerben

Auch in der Heimat gebraucht: Ärzte in einem Universitätskrankenhaus in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo Bild: AP

Covid-19 deckt Mängel in der medizinischen Versorgung auf. Deswegen profitieren reiche Staaten von den Ärzten ärmerer südosteuropäischer Staaten. Die Frustration in Europa ist groß.

          4 Min.

          Das Virus ist zurück. Seit Wochen steigt in Südosteuropa die Zahl der Covid-19-Infektionen rapide. Zunächst hatte es so ausgesehen, als würde die Pandemie diese Staaten nur streifen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Österreich hat vor zwei Wochen Reisewarnungen für den Westbalkan sowie Bulgarien und Rumänien ausgesprochen. Flugverbindungen wurden gestrichen, an den Grenzen kontrolliert die Polizei. Dennoch nahmen in Österreich die Infektionen zuletzt wieder zu – viele nach Kontakten zum Balkan.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Noch ist das Niveau niedrig, doch es wird wieder über eine schärfere Pflicht zum Tragen von Gesichtsmasken debattiert. „Wir wollen eine zweite Welle mit aller Kraft vermeiden“, sagt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Frankreich hat die Maskenpflicht schon verschärft. Ungarn die zweiwöchige Quarantänepflicht für Reisende aus der Ukraine und Südosteuropa wieder eingeführt, die EU rät zum Einreisestopp für Besucher aus Serbien und Montenegro.

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