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Schnelles Fiebermittel : Ärzte sollen nachts und am Wochenende Medikament ausgeben dürfen

Diverse Medikamentenpackungen liegen auf einem Tisch in einer Apotheke. Bild: dpa

Ärztepräsident Reinhardt möchte Patienten den Weg zur Notfallapotheke ersparen. Impfungen durch Pharmazeuten lehnt er ab, durch Tierärzte erst recht.

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          Wer kennt das nicht? Endlich hat man am Wochenende oder tief in der Nacht den ärztlichen Notdienst konsultiert, der Mediziner hat ein Antibiotikum verschrieben oder einen Fiebersaft für die Kinder. Dann aber stellt sich die Frage, wo man das Rezept außerhalb der regulären Öffnungszeiten einlösen kann. Natürlich in einer Notfallapotheke, aber die sind gerade im ländlichen Raum dünn gesät. In jedem Falle ist ein weiterer Weg erforderlich, den man sich gern ersparen würde.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Um die Lage zu entspannen, hat der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, jetzt einen interessanten Vorschlag gemacht. Die niedergelassenen Mediziner könnten „mit Fug und Recht einfordern, dass in der vertragsärztlichen Notfallversorgung das Dispensierrecht bei Ärztinnen und Ärzten angesiedelt würde“. Damit ist die eigentlich den Apotheken vorbehaltene Berechtigung gemeint, verschreibungspflichtige Arzneimittel auszugeben.

          Grenzen aufweichen

          Wenn man das Dispensierrecht für Notdienstfälle ändere, reiche es aus, dass der Arzt eine überschaubare Anzahl und Menge von Medikamenten vorhalte. Die Öffnung würde zugleich eine große Erleichterung für die Erkrankten bedeuten, sagte Reinhardt am Mittwoch bei einer Pressekonferenz auf dem Deutschen Ärztetag in Bremen. Die Patienten könnten unmittelbar vom Arzt versorgt werden. „Dann muss ich sie nicht unter Umständen durch die ganze Stadt schicken, um die Notfallapotheke zu erreichen, zumal sie ja auch krank sind“, so Reinhardt, der selbst als Hausarzt in Bielefeld tätig ist. „Das käme den Bedürfnissen der Patienten erheblich entgegen, das würde tatsächlich einen Vorteil darstellen.“

          Reinhardt reagierte mit dem Vorschlag auf die Frage eines Journalisten, was er von der Idee halte, dass künftig möglicherweise auch Apotheker Schutzimpfungen verabreichen dürften, etwa gegen Influenza. Wenn man schon die Grenzen zwischen Ärzten und Apotheken aufweiche, dann beim Dispensierrecht, findet Reinhardt. Die Pharmazeuten sollten aber nicht impfen dürfen. „Wir sehen die Gefahr, dass wir anfangen, heilkundliche Tätigkeiten von Menschen ausüben zu lassen, die dafür nicht ausgebildet sind“, sagte er.

          Die Überlegung führe in die falsche Richtung. Derzeit gebe es nicht zu wenige Impfstellen, sondern zu wenige Impfwillige. Diese zu betreuen, reichten die Arztpraxen aus: „Es ist völlig überflüssig, dass in Deutschland Apotheken impfen sollen, weil das Netz von Vertragsarztpraxen derartig dicht ist, es gibt ja viel mehr Vertragsarztsitze als Apothekensitze“, so der Ärztepräsident. „Wer bei mir in die Hausarztpraxis kommt, hat in zehn Minuten eine Impfung, egal welche er braucht, sogar wenn er unangemeldet erscheint.“

          Reinhardts hätte hingegen nicht dagegen, wenn Zahnärzte, die für Betäubungen ohnehin schon Spritzen setzten und in der Notfallversorgung ausgebildet seien, die Möglichkeit zum Impfen erhielten; ihr Interesse daran sei allerdings nicht groß. Er sprach sich aber dagegen aus, Veterinäre in die Kampagne einzubeziehen. „Bei Tierärzten kann ich mir das nicht vorstellen, ich behandle ja auch keine Hunde oder Katzen“, sagte er in Bremen. „Ich fände es seltsam, wenn jemand mit einem humanmedizinischen Problem zum Tierarzt geht, um sich impfen zu lassen.“

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