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Infrastruktur in der Medizin : „Wir sind keine Digitalisierungsverweigerer“

Zankapfel: Lesegeräte der Telematikinfrastruktur in Arztpraxen Bild: Bäuml, Lucas

Der Aufbau eines sicheren IT-Netzes zwischen Arztpraxen und Krankenhäusern hakt. Doch die Mediziner fühlen sich in ihren Bedenken nicht ernst genommen.

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          In der Praxis von Marcus Schmidt ging neulich plötzlich nichts mehr. Erst wenige Wochen zuvor war er an die Telematikinfrastruktur angeschlossen worden, ein sicheres IT-Netz, über das bald alle Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken in Deutschland miteinander kommunizieren sollen. Doch nun versagte das Lesegerät für die elektronische Gesundheitskarte auf einmal den Dienst. Anruf beim Techniker: Man könne sich darum kümmern, das koste für jede Viertelstunde 35 Euro plus Mehrwertsteuer. „Da kann schnell eine Riesensumme zusammenkommen, auf der ich am Ende sitzenbleibe“, befürchtet Allgemeinmediziner Schmidt. „Dabei habe ich das alles weder bestellt, noch nutzt es mir irgendwie.“

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Aus lauter Frust hat der Arzt aus Frankfurt ein Video gedreht, in dem er erzählt, was in seiner Praxis los ist. Es hat sich innerhalb der Ärzteschaft schnell verbreitet. Viele Ärzte fühlen sich in ihrer Skepsis gegenüber der Telematikinfrastruktur bestätigt. Bis Ende Juni müssen eigentlich alle 176.000 Arzt- und Zahnarztpraxen an dieses Netz angebunden sein. Das Ziel dürfte allerdings verfehlt werden, weshalb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Daumenschrauben anzieht: Die Honorarkürzungen für Ärzte, die die Anbindung an das sichere Internet verweigern, sollen von 1 auf 2,5 Prozent steigen. So sieht es ein Gesetzentwurf vor, der sich derzeit in der Ressortabstimmung befindet. Auf dem Deutschen Ärztetag in Münster hat Spahn gerade noch einmal deutlich gemacht, dass er sich von seinem Weg nicht abbringen lassen wird.

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