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AB Inbev : Zweiter Anlauf für den Bier-Börsengang in Asien

Die Bedingungen seien zwar schwierig, aber von potentiellen Investoren gebe es positives Feedback, sagt Jan Craps, Chef der Asiensparte. Bild: AP

Eigentlich wollte der größte Braukonzern der Welt seine Asiensparte schon im Juli an die Börse bringen. Der zweite Versuch könnte klappen - in abgespeckter Form.

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          Der Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev versucht zum zweiten Mal in diesem Jahr, sein Asiengeschäft in Hongkong an die Börse zu bringen. Der größte Bierhersteller der Welt verspricht sich dieses Mal Erlöse in Höhe von 4,8 Milliarden Dollar – damit fällt der Börsengang deutlich kleiner aus, als im ersten Anlauf angedacht war. Laut dem neuen Plan will das Unternehmen einen Minderheitsanteil an seinem Asiengeschäft namens „Budweiser Brewing Company Apac“ über den Börsengang verkaufen: AB Inbev will rund 1,26 Milliarden Aktien zum Stückpreis zwischen 27 und 30 Hongkong-Dollar veräußern, das sind umgerechnet zwischen 3,45 und 3,83 Dollar je Aktie. Bei großer Nachfrage könnte das Volumen noch aufgestockt werden. Die Zeichnungsfrist für die Aktien beginnt an diesem Mittwoch, gehandelt werden soll die Aktie dann erstmals am 30. September.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Manager von AB Inbev hatten den ersten Anlauf im Juli gestoppt. Damals hatte der Hersteller von Biermarken wie Beck’s, Budweiser oder Corona noch Einnahmen von knapp 10 Milliarden Dollar angestrebt. Doch offenbar war die Nachfrage der Investoren zu gering, der Bierkonzern begründete seine Absage damals mit „unsicheren Bedingungen“ an den Kapitalmärkten.

          Kurz nach der Absage des ersten Börsengangs gab AB Inbev dann allerdings bekannt, sein hoch profitables, aber wachstumsschwaches Australien-Geschäft – das bislang zur Asiensparte gehörte – separat an Japans größten Braukonzern Asahi für rund 11,3 Milliarden Dollar zu verkaufen. Für die verbleibende Asiensparte erwäge man aber weiterhin einen Börsengang. Die abgespeckte Asiensparte, die nun vor dem Börsengang steht, ist damit jetzt stärker auf China fokussiert. Während in der ursprünglichen Asiensparte etwa 50 Prozent der Gewinne aus China kamen, sind es jetzt rund 70 Prozent, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Zum Erfolg des zweiten Anlaufs soll auch beitragen, dass ein Staatsfonds aus Singapur als Ankeraktionär ein Engagement von rund einer Milliarde Dollar zugesichert hat.

          Braukonzern will Schulden reduzieren

          AB Inbev könnte sich ein abermaliges Scheitern kaum leisten. Das Unternehmen braucht dringend Geld, um seinen hohen Schuldenberg abzutragen, der sich im Zuge der Großübernahme des früheren Hauptkonkurrenten SAB Miller für mehr als 100 Milliarden Dollar vor drei Jahren aufgetürmt hat. Um Geld zu sparen, haben die Manager im vergangenen Herbst bereits die Dividende halbiert, nachdem zuvor eine Ratingagentur die Kreditwürdigkeit des Konzerns herabgestuft hatte.

          Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg könnten die Pläne dieses Mal aufgehen: Kommt AB Inbev im zweiten Anlauf wie geplant durch, wird die abgespeckte Asiensparte mit insgesamt rund 50,7 Milliarden Dollar bewertet. Zählt man den Erlös für die Australiensparte in Höhe von 11,3 Milliarden Dollar hinzu, komme man der im ersten Anlauf angepeilten Gesamtbewertung von 64 Milliarden Dollar recht nahe. Ein Erfolg wäre der Börsengang auch für die Börse Hongkong. Das Handelsvolumen dort ist im Zuge der politisch aufgeladenen Stimmung zuletzt gesunken. Dennoch hat die Börse Hongkong vergangene Woche überraschend angekündigt, die Börse in London übernehmen zu wollen.

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