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Marktwirtschafts-Kommentar : Mahner haben einen schweren Stand

  • -Aktualisiert am

Legendär und immer mit Zigarre zu sehen: Ludwig Erhard Bild: dpa

Die Bürger sind zu staatsgläubig, die Risse im Fundament der erfolgreichen deutschen Wirtschaftsordnung werden größer: Es fehlt an Bereitschaft, die Kritiker ernst zu nehmen.

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          Nicht immer fallen die Markt-Gedenktage politisch so günstig. Zum 70. Geburtstag der Sozialen Marktwirtschaft genießt Deutschland den längsten Aufschwung, stabile Preise, steigende Löhne und vielerorts fast Vollbeschäftigung – mit dem für Regierungen erfreulichen Effekt, dass auf allen staatlichen Ebenen enorme Steuereinnahmen große Handlungsspielräume eröffnen.

          Damit haben Mahner einen schweren Stand, die auf wachsende Risse im Fundament der erfolgreichen Wirtschaftsordnung hinweisen, die mit der Einführung der D-Mark und der Preisfreigabe im Juni 1948 begründet wurde. Die Risse resultieren aus der ultralockeren Euro-Geldpolitik, die zum Ausfallbürgen verfehlter Wirtschafts- und Finanzpolitik geworden ist.

          Risse resultieren aus der zunehmenden Staatsgläubigkeit der Bürger, von denen sich die Politik gerne in die Pflicht nehmen lässt: um neue soziale Ansprüche zu schaffen, Märkte vor Konkurrenz (Uber) abzuschotten und unternehmerische Freiheit sowie Eigentumspositionen (Mietpreisbremse) einzuschränken. Nach sieben Jahrzehnten braucht die Wirtschaftsordnung mehr Pflege, doch fehlt es – nicht nur in Berlin – an der Bereitschaft, die Kritiker ernst zu nehmen.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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