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70,12 Euro je Aktie : Schaeffler-Gruppe erhöht Angebot für Conti

  • Aktualisiert am

Übernahmeschlacht bei Conti: das Angebot steigt auf 70,12 Euro je Aktie Bild: REUTERS

Die fränkische Schaeffler-Gruppe hat ihr Angebot für den Autozulieferer Continental erhöht. Schaeffler biete den Aktionären nun 70,12 Euro je Conti-Aktie. Marktbeobachter sehen den Conti-Vorstand in einer schwachen Position.

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          Im Übernahmekampf, den sich das Familienunternehmens Schaeffler mit dem Automobilzulieferer Continental liefert, sehen immer mehr Marktbeobachter den Conti-Vorstand in einer schwachen Position. Neben juristischen und moralischen Argumenten blieben nicht mehr viele Möglichkeiten zur Verteidigung, sagte ein Analyst einer großen Bank. Auch gibt es bisher keine weiteren Verhandlungen zwischen den Parteien.

          Der Continental-Vorstandsvorsitzende Manfred Wennemer hatte Gesprächsbereitschaft über eine Beteiligung von Schaeffler an seinem Konzern signalisiert. Doch sieht die Schaeffler-Gruppe auf der Grundlage einer in Aussicht gestellten Beteiligungshöhe von 20 Prozent keine Basis für weitere Verhandlungen. Eine solche Beteiligung sei eine Farce, hieß es im Umfeld von Schaeffler.

          Eine Zerschlagung werde es nicht geben

          Somit bleiben die Fronten hart; und die Continental-Aufsichtsräte müssen sich in ihrer außerordentlichen Sitzung, die am Mittwoch um 13 Uhr beginnt, mit dem Vorstand auf eine gemeinsame Strategie verständigen. Das ist bisher nicht gelungen, was Spekulationen über die Zukunft Wennemers breiten Raum gibt. Als sicher gilt, dass Conti-Technikvorstand Karl-Thomas Neumann, der für das gesamte Elektronikgeschäft zuständig ist, der Wunschkandidat der Schaefflers ist, sollte es zu einem Rücktritt Wennemers kommen. (Siehe: Übernahmekampf: Die Position des Continental-Chefs wackelt).

          Seine Position wackelt: Continental-Vorstandsvorsitzender Wennemer

          Aus der Umgebung von Conti hieß es zwar, Personalien stünden auf der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch nicht auf der Tagesordnung, doch bleibt Unsicherheit über den Verlauf, den die Sitzung nimmt. Die Gewerkschaften IG Metall und IG BCE wollen über ihre Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat vor allem Garantien für Arbeitsplätze und für Mitbestimmungsrechte durchsetzen. Wichtig ist: Sie lehnen ein Zusammengehen von Schaeffler und Conti nicht kategorisch ab. Und Schaeffler signalisiert Gesprächsbereitschaft: Im Rahmen des Fusionsprozesses seien keine Arbeitsplätze gefährdet, eine Zerschlagung werde es nicht geben, versicherte ein Sprecher am Montag abermals.

          70,12 Euro je Conti-Aktie statt 69,37 Euro

          Der Conti-Aufsichtsratsvorsitzende Hubertus von Grünberg hat sich bisher nicht klar ablehnend zur Schaeffler-Offerte geäußert, und auch ihm wird nachgesagt, er habe für das Angebot Sympathien. In den vergangenen Tagen sollen Wennemer und Grünberg diverse Gespräche geführt haben, um zu einer gemeinsamen Linie zu kommen. Doch bei einem Patt zwischen Arbeitnehmern und den Vertretern der Anteilseigner im Conti-Aufsichtsrat würde die Stimme Grünbergs entscheiden. Wesentlicher Diskussionspunkt unter den Aufsichtsräten vor allem der Anteilseignerseite wird die Höhe des Angebots von Schaeffler sein.

          Die Franken bieten den Aktionären jetzt 70,12 Euro je Conti-Aktie. Zuvor hatte Schaeffler lediglich 69,37 Euro pro Aktie in bar zahlen wollen. Das nun erhöhte Angebot entspreche dem Drei-Monats-Durchschnittskurs, den die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht als Mindestpreis ermittelt habe, teilte Schaeffler mit. Die Finanzierung des Angebots garantieren sechs Banken,.

          „Zu diesem Preis werden wir nicht verkaufen“

          Der Preis wird von institutionellen Investoren als zu niedrig empfunden. Schaeffler werden daher aller Voraussicht nach nur wenige Aktien angedient werden. „Zu diesem Preis werden wir nicht verkaufen“, sagte ein deutscher institutioneller Aktionär, der mit mehr als 1 Prozent an Continental beteiligt ist: „Für den Erwerb einer Kontrollmehrheit muss von Schaeffler eine Prämie gezahlt werden.“

          Auch Arndt Ellinghorst, Analyst der Credit Suisse, empfiehlt, das Angebot nicht anzunehmen. Eine geringe Annahmequote spiele den Schaefflers in die Hände: „Die volle Kapitalmehrheit wollen die ja auch gar nicht.“ Hinzu kommt, dass bisher kein anderer Bieter auf den Plan getreten ist.

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