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66.400 Euro je Quadratmeter : Hongkong warnt vor der nächsten Immobilienblase

Teure Aussicht Bild: dpa

In Hongkong sind Wohnimmobilien seit Jahresbeginn etwa ein Drittel teurer geworden. Im November wurde dort gar die teuerste Wohnung der Welt verkauft - für rund 66.400 Euro je Quadratmeter. Nun warnt der Finanzminister vor der nächsten Immobilienblase.

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          Durch den starken Zufluss spekulativen Kapitals drohen die Immobilienpreise in China außer Kontrolle zu geraten. Nachdem die Zentralregierung in Peking bereits vor einer Überhitzung am Immobilienmarkt gewarnt hatte, mahnte am Montag auch die Sonderverwaltungsregion Hongkong zur Vorsicht. Man sei „sehr besorgt“ über die Gefahr einer Anlageblase, sagte Finanzminister John Tsang vor dem Legislativrat, dem Parlament. Bisher habe sich eine solche aber nicht gezeigt, das Finanzsystem sei belastbar und könne die hohen Zu- und Abflüsse noch verkraften. Tsang bezog seine Besorgnis auf die stark gestiegenen Immobilienpreise.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Wohnimmobilien sind seit Jahresbeginn etwa ein Drittel teurer geworden, Luxusanwesen sogar 40 Prozent. Im November wurde in Hongkong die teuerste Wohnung der Welt verkauft, ein 570 Quadratmeter großes Apartment für 767.000 Hongkong-Dollar (rund 66.400 Euro) je Quadratmeter.

          Niedrige Zinsen sorgen für eine billige Finanzierung

          Begründet wird der Preisanstieg mit den geringen Hypothekenzinsen, der üppigen Liquidität im Markt und mit der Erwartung weiter steigender Preise. Zwischen Oktober 2008 und November 2009 flossen offiziellen Angaben zufolge mehr als 70 Milliarden Dollar Anlagekapital nach Hongkong. Neben dem Häusermarkt profitiert auch die Aktienbörse, deren Leitindex Hang-Seng seit Jahresbeginn um mehr als 50 Prozent gestiegen ist.

          Die Immobilienpreise hatten in der Krise kurz gelitten, erreichen derzeit aber wieder das Niveau von 2008. Um gegenzusteuern, hat Hongkong verfügt, dass Erwerber von Luxusliegenschaften den Kauf künftig zu mindestens 40 statt bisher 30 Prozent aus Eigenmitteln stemmen müssen.

          Auch der Regierungschef hat schon gewarnt

          Vor dem Finanzminister hatten bereits Regierungschef Donald Tsang und Zentralbankpräsident Norman Chan vor möglichen Anlageblasen gewarnt. Der Weltwährungsfonds (IWF) forderte Hongkong auf, die Geldpolitik zu verschärfen, um das Kreditwachstum und die Anlagepreise im Griff zu behalten. Der größte börsennotierte Immobilienmakler Hongkongs, Midland Holdings, warnte am Montag, dass die Preise für Luxusobjekte zu schnell und zu hoch gestiegen seien. Es zeichne sich eine Konsolidierung ab. Dazu passt, dass der Hauspreisindex Centa-City im November um 1,3 Prozent gefallen ist.

          Unterdessen hat sich die jährliche Wirtschaftskonferenz der kommunistischen Führung in Peking für ein neues Wachstumsmodell ausgesprochen. Man werde die „proaktive Finanzpolitik“ zur Stimulierung fortsetzen, strebe aber mehr Reformen und eine weitere Öffnung an, verlautbarte die Nachrichtenagentur Xinhua. Wichtig sei ein Gleichgewicht zwischen „einem relativ schnellen und stabilen Wirtschaftswachstum“ einerseits sowie „der Restrukturierung und dem Umgang mit der im kommenden Jahr zu erwartenden Inflation“ andererseits.

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