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50-jähriges Jubiläum : Das Imperium der Beatles

Das waren die Beatles 1963: George Harrison, Paul McCartney, Ringo Starr und John Lennon (von links) Bild: Norman Parkinson

Die erfolgreichste Band aller Zeiten wird 50 Jahre alt. Ihre Songs haben nicht nur die Musiker reich gemacht, sondern auch Manager, Freunde, Witwen - und Michael Jackson. Ein Streifzug durch das Beatles-Business.

          Der Ovington Square im noblen Londoner Stadtteil Kensington ist das perfekte Versteck für die größte Musikband aller Zeiten. Das Luxuskaufhaus Harrods ist nur ein paar Straßen entfernt, aber über dem kleinen Platz mit den hohen alten Bäumen in der Mitte liegt schläfrige Stille. Über den Gehweg schiebt eine junge Mutter mit Chanel-Sonnenbrille ihren Bugaboo-Kinderwagen. Sonst tut sich nichts. An der Hausnummr 27 verrät nur ein kleines Namensschild unter dem Kameraauge der penibel blankpolierten Gegensprechanlage, was es mit dieser Adresse auf sich hat: „Apple“ steht da neben dem einzigen Klingelknopf, dahinter ein grüner Apfel.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Den Namen kennt jeder, aber das Unternehmen, das hier residiert, ist weitgehend unbekannt. Das hier ist keine Zweigstelle von Apple Inc., dem Computerriesen aus Kalifornien. Hier hat die Apple Corps Ltd. ihre Büros - die Musikrechtegesellschaft der Beatles und eines der verschwiegensten Unternehmen der Unterhaltungsindustrie. Gegründet 1968 und damit acht Jahre bevor der Beatles-Fan Steve Jobs sein Garagenunternehmen auf denselben Namen taufte. Die Idee zu dem Namen stammte von Paul McCartney: Er hatte sich gerade ein Magritte-Gemälde gekauft, dessen Motiv ein Apfel war.

          Einmaliges Phänomen im Musikgeschäft

          Im stillen Millionärswinkel in Kensington wird der wertvollste Schatz der Musikindustrie gehütet. Vor 50 Jahren, am 5. Oktober 1962, haben die damals noch völlig unbekannten Beatles ihre erste Single veröffentlicht: „Love me do“ klingt heute ziemlich dröge, aber damals wurden die „Fab Four“ geboren. Binnen weniger Monate wurden die vier Musiker zu Weltstars. Bis heute ist die Band ein einmaliges Phänomen im Musikgeschäft geblieben.

          „Magisch“ seien die Beatles gewesen, sagt Klaus Voormann. Das war ihm sofort klar, als er die jungen Musiker aus Liverpool im Herbst 1960, gut zwei Jahre vor ihrem Durchbruch, zum ersten Mal auf der kleinen Bühne des Hamburger „Kaiserkeller“ sah. Unter Beatles-Fans ist Voormann selbst ein Star. Der Grafiker und Musiker zählte zum inneren Zirkel um die Band. Die berühmte Collage auf dem Albumcover von „Revolver“ stammt von ihm. Nachdem sich die Band 1970 im Streit aufgelöst hatte, machte Voormann regelmäßig Musik mit den Superstars. Auf John Lennons „Imagine“ und „Instant Karma“ spielte er Bass.

          Der junge Deutsche war ein Freund. Als die Beatles-Rakete 1962 abhob, war Voormann mit an Bord. Hätte er sich damals träumen lassen, dass diese Musik auch ein halbes Jahrhundert später noch die Menschen in ihren Bann schlagen würde? Ja, sagt Voormann, der heute Mitte siebzig ist und am Starnberger See lebt. „Nach ihren ersten vier Alben wusste ich, die werden unsterblich sein.“ Mindestens 250 Millionen Tonträger haben die Beatles in den vergangenen 50 Jahren verkauft. Nur Elvis kann da annähernd mithalten.

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