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Lebensmittelindustrie : Die Ketchup-Milliardenhochzeit

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Heinz Tomatenketchup Bild: dpa

Ketchup und Snacks - das ist ganz nach dem Geschmack von Warren Buffett: Der Starinvestor hat mit der brasilianischen 3G die Fusion der amerikanischen Traditionskonzerne Kraft und Heinz auf den Weg gebracht. Die Kraft-Aktien schießen 26 Prozent in die Höhe.

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          In der Nahrungsmittelbranche entsteht ein neues Schwergewicht: Die amerikanischen Traditionskonzerne Heinz Ketchup und Kraft Foods kündigten am Mittwoch ihre Fusion an. Hinter dem Geschäft stecken Starinvestor Warren Buffett und die brasilianische Beteiligungsgesellschaft 3G.

          Das neue Unternehmen soll The Kraft Heinz Company heißen und mit einem Umsatz von rund 28 Milliarden Dollar der drittgrößte Nahrungsmittel- und Getränkekonzern in Nordamerika und die Nummer fünf weltweit werden. „Das ist ein Geschäft nach meinem Geschmack“, sagte Buffett laut Mitteilung.

          Als Besitzer von Heinz Ketchup werden der Großinvestor und 3G 51 Prozent an dem neuen Lebensmittelkonzern halten. Die Aktionäre der börsennotierten Kraft Foods Group sollen die restlichen Anteile und zusätzlich eine Sonderdividende in Höhe von zehn Milliarden Dollar bekommen. Diese wird von Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway und den Brasilianern aufgebracht.

          Der Börsenwert von Kraft Foods Group lag gemessen am New Yorker Aktien-Schlusskurs vom Dienstag bei gut 36 Milliarden Dollar. Buffett und 3G hatten für Heinz vor zwei Jahren 23 Milliarden Dollar bezahlt. Daneben besitzt 3G die Fast-Food-Kette Burger King, die sie in den letzten Jahren einem radikalen Sparkurs unterzog.

          Inzwischen sind Börsenguru Buffett und die brasilianische Private-Equity-Firma ein eingespieltes Team. Auch die im vergangenen Jahr beschlossene Übernahme der kanadischen Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons durch Burger King tüftelten sie gemeinsam aus.

          Für Kraft Foods dürften die neuen Besitzverhältnisse vor allem mit Einsparungen und Konzernumbau verbunden sein. 3G eilt ein Ruf als knallharter Sanierer voraus und Kraft tat sich zuletzt schwer. 2014 kämpfte das Unternehmen mit schleppendem Umsatz und sinkenden Gewinnen. Im Dezember nahm Vorstandschef Tony Vernon seinen Hut und wurde von Verwaltungsratschef John Cahill beerbt.

          Kraft-Aktionäre und Wettbewerbshüter müssen dem Zusammmenschluss noch zustimmen. Wenn alles glatt läuft, soll die Fusion in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden. An der Börse kamen die Pläne gut an - die Kraft-Aktie stieg zum Handelsstart um mehr als 32 Prozent.

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