https://www.faz.net/-gqe-aaky1

F.A.Z. exklusiv : 300 Millionen Euro für Forschung an Covid-Arzneien

Arbeit an Proben für die Coronavirus-Forschung Bild: dpa

An der Forschungsförderung für Corona-Medikamente gab es viel Kritik. Nun legt die Bundesregierung ein neues Programm auf – mit einer deutlich höheren Summe als bisher.

          1 Min.

          Nach monatelanger Kritik will die Bundesregierung die Förderung für die Forschung an Medikamenten gegen Covid-19 deutlich ausbauen. Das Bundesgesundheits- und das Bundesforschungsministerium planen, gemeinsam ein Förderprogramm im Umfang von 300 Millionen Euro aufzulegen, wie aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums an den Grünen-Abgeordneten Kai Gehring hervorgeht, die der F.A.Z. vorliegt. Das wäre mehr als die dreifache Summe der gesamten bisherigen Förderung. Eine entsprechende Förderbekanntmachung soll noch im April veröffentlicht werden.

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Biotechnologieunternehmen und die Opposition hatten die bisherige Förderung aus zwei Gründen als unzureichend bemängelt. Zum einen, weil sie sehr viel geringer ausfiel als die finanziellen Mittel für die Impfstoffentwicklung: So belief sich ein erstes Programm des Forschungsministeriums von Anja Karliczek (CDU) für Covid-Therapeutika im März vergangenen Jahres auf 45 Millionen Euro, ein zweites im Januar dieses Jahres auf 50 Millionen Euro. In der Impfstoffentwicklung hingegen gingen allein an drei Unternehmen 750 Millionen Euro.

          Zum anderen bestand aus Sicht der Biotechunternehmen eine Förderlücke für zulassungsrelevante Studien, die in der Regel sehr aufwändig und damit auch sehr teuer sind – sodass neue Arzneimittel erst mittel- bis langfristig zur Verfügung stünden, mahnten sie.

          Die neue Förderrichtlinie soll diese Lücke nun offenbar schließen: Sie richtet sich an Medikamente, die in der Entwicklung schon weit vorangeschritten sind. Der Grünen-Abgeordnete Gehring, Sprecher seiner Bundestagsfraktion für Forschung, kritisierte: „Mit einer beherzten Forschungsministerin hätte das angekündigte Programm bereits vor Monaten starten können, und erste Ergebnisse für die praktische Versorgung lägen womöglich schon vor.“ Die angekündigten Mittel müssten nun schnell fließen. Nur so könnten „zumindest einige der forschungspolitischen Versäumnisse des letzten Jahres mit viel Verspätung ausgebügelt werden“.

          Weitere Themen

          CureVac-Impfstoff floppt Video-Seite öffnen

          Geringe Wirksamkeit : CureVac-Impfstoff floppt

          Der Corona-Impfstoff hat Untersuchungen zufolge nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent. CureVac will die Studie aber bis zu ihrer finalen Auswertung mit weiteren Corona-Fällen fortsetzen.

          Topmeldungen

          Szenen wie diese in Florida würde Joe Biden gerne öfter sehen: Denn vor allem die Jungen lassen sich in den USA gerade nicht impfen.

          Kampf gegen Corona : Biden verfehlt sein Impfziel

          Bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli wollte Joe Biden siebzig Prozent der Amerikaner impfen lassen. Doch viele Bürger ziehen nicht mit – nicht einmal, wenn man sie mit Millionengewinnen lockt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.