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Tobias Piller (tp.)

3G-Pflicht in Italien : Draghis Führungskraft

  • -Aktualisiert am

Handelt entschieden: Mario Draghi Bild: AP

Ohne Kompromisse mit Impfgegnern hat der Ministerpräsident die 3G-Pflicht für alle 23 Millionen Beschäftigten in Italien eingeführt – gut so.

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          Mario Draghi setzt sich durch, wenn er glaubt, das Wohl seines Landes sei gefährdet. Ohne Kompromisse mit Impfgegnern hat Italiens Ministerpräsident die 3G-Pflicht für alle 23 Millionen Beschäftigten in Italien eingeführt. Wer nicht nachweist, dass er geimpft, genesen oder getestet ist, kann nach fünf Tagen ohne Gehalt von der Arbeit suspendiert werden, verliert aber nicht den Arbeitsplatz.

          Draghis Vorgehensweise ist immer die gleiche: Den Mitgliedern der Koalition erklärt er Absichten und Motive, macht ein paar marginale Zugeständnisse, bleibt aber in der Sache beinhart. Mit der 3G-Regel will Draghi nicht nur die Impfquote erhöhen, sondern Italien im Winter vor Schließungen bewahren und so die wirtschaftliche Erholung und das Wachstum absichern.

          Draghi sparte sich sogar eine wortreiche Präsentation in einer Pressekonferenz. Er begnügte sich damit, einen kurzen Satz weitergeben zu lassen: „Dieses Dekret dient dazu, dass wir weiter öffnen können.“ Der Durchschnittsitaliener hat längst verstanden und schätzt solche Führungskraft.

          Tobias Piller
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

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