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25.000 Euro von den Stadtwerken Bochum : Steinbrück sollte Honorar spenden

  • -Aktualisiert am

Peer Steinbrück nach seiner Pressekonferenz zum Thema Nebeneinkünfte. Bild: dpa

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat mit der Veröffentlichung seiner Redner-Honorarliste für weitere Diskussionen gesorgt. Ausgerechnet die Stadtwerke Bochum, die einer notorisch klammen Kommune gehören, zahlten Steinbrück eine Rekordsumme von 25.000 Euro. Warum?

          Die Honorarzahlungen für Auftritte des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück bewegen die Gemüter. Zur Skandalisierung taugen sie jedoch nicht in jedem einzelnen Fall. Das gilt zumindest dem Anschein nach für das höchste einzelne Honorar von 25.000 Euro, das Steinbrück laut der von ihm selbst veröffentlichten Liste von den Stadtwerken Bochum erhalten hat.

          Nach Auskunft eines Sprechers der Stadtwerke Bochum habe Steinbrück das Honorar unter der Maßgabe erhalten, es für eine gemeinnützige Einrichtung zu spenden. Diese Vorgehensweise hätten die Stadtwerke auch bei allen früheren Gästen ihrer Gesprächsrunde „Atrium Talk“, einer alle halbe Jahre stattfindenden Wohltätigkeitsveranstaltung, so gewählt. Alle diese Gäste erhielten dieselbe Summe.

          Unklar ist, wer das Geld erhielt

          Welche Organisation das Geld erhalte, werde von dem Gast selbst entschieden. Vermittelt würden die Gäste durch die Hellen Medien GmbH aus Bochum. Letztere bestätigte den Vorgang auf Anfrage, wollte aber nicht das Ziel der Spende nennen.

          Etwas anders stellt ein Sprecher des SPD-Parteivorstands die Sache dar: „Absprachen zur Verwendung des Honorars gab es nicht“, erklärte SPD-Sprecher Tobias Dünow nach einer Anfrage der F.A.Z. bei Steinbrücks Berliner Abgeordnetenbüro. „Das Honorar hat Peer Steinbrück ordnungsgemäß versteuert. Peer Steinbrück hat auf der gestrigen Pressekonferenz betont, dass er über Spenden, die er aus seinem Privatvermögen tätigt, keine Auskunft gibt. Das gilt auch in Bezug auf diesen konkreten Fall.“

          Fehlende Honorare nachgetragen

          Steinbrück hat derweil nun auch formal alle Nebeneinkünfte aus Vertragshonoraren angegeben. Die zwei Angaben, die laut den Wirtschaftsprüfern fehlten, sind jetzt auf seiner Bundestagswebseite einzusehen.

          Die von ihm beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton AG hatte am Dienstag einen 20-seitigen Bericht veröffentlicht. Darin bemängelten sie, dass zwei Vorträge aus dem Jahr 2011 „nach Aktenlage nicht entsprechend den Verhaltensregeln für Mitglieder des Deutschen Bundestages angezeigt“ waren. Der Empfehlung, diese Anzeige nachzuholen, kam Steinbrück nun nach.

          Der frühere Finanzminister hat den Angaben zufolge zwischen 2009 und 2012 insgesamt 89 Vorträge gegen Geld gehalten und damit rund 1,25 Millionen Euro verdient. In der gleichen Zeit habe er aber auch 237 unentgeltliche Vorträge gehalten.

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