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20. Geburtstag : Happy Birthday, ICE!

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Eine Stadt gilt für viele heute nur dann mit der Bahn erreichbar, wenn sie einen ICE-Bahnhof vorweisen kann Bild: Daniel Pilar / F.A.Z.

Mit 300 Stundenkilometern durch die Lande. In einer Stunde von Frankfurt nach Köln: All das gab es nicht vor zwei Jahrzehnten. Jetzt wird der Zug, der unser Leben verändert hat, 20 Jahre alt. Wir gratulieren - mit ganz persönlichen Reise-Geschichten.

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          Deutschland ist wieder geteilt. Es geschah heimlich, kurz nach der Wiedervereinigung. Schuld ist ein weiß lackierter Zug mit roter Schleife: der ICE. Als er vor 20 Jahren, im Mai 1991, seine Jungfernfahrt durch Deutschland startete, leitete er schleichend die neuerliche Teilung des Landes ein. Nicht in Ost und West, sondern in ICE-Land und Provinz.

          Denn eine Stadt gilt für viele heute nur dann mit der Bahn erreichbar, wenn sie einen ICE-Bahnhof vorweisen kann. Dann steigen Geschäftsmann und -frau gerne in den Zug, packen Laptop und Handy aus und machen ihr reserviertes Tischchen zum Arbeitsplatz.

          Wollen sie hingegen nach Rostock, Magdeburg, Koblenz oder Lindau, nehmen sie das Auto oder umständlich das Flugzeug, weil die Städte ja vermeintlich mit dem Zug nicht erreichbar sind. Die Wahrnehmung von Eisenbahn endet bei vielen mit dem ICE.

          Wohnen in Berlin, arbeiten in Wolfsburg

          Immerhin. Vor der ICE-Ära gab es die Eisenbahn für einige gar nicht. Der schicke Zug hat sie in das Bewusstsein der Menschen zurückgeholt und der Schiene eine Renaissance beschert. Vor allem, weil er ordentlichen Komfort mit konkurrenzlos kurzen Fahrtzeiten kombiniert. Welcher Autofahrer schafft es schon in knapp einer Stunde von Köln nach Frankfurt oder von Nürnberg nach München und in eineinhalb Stunden von Berlin nach Hamburg? Solche Zeiten ermöglichen ganz neue Lebensformen, etwa wohnen in Berlin und arbeiten bei Volkswagen in Wolfsburg. Morgens hin, abends zurück. Oder mal eben für einen Musical-Besuch nach Hamburg rasen.

          Schnurgerade Hochgeschwindigkeitsstrecken mit vielen Tunnels und Brücken machen das möglich, weitere sind in Bau, etwa zwischen Nürnberg und Leipzig und Offenburg und Basel. 258 ICE sausen jeden Tag darüber, und im Herbst kommen weitere Züge einer neuen Generation hinzu. Die fahren auch ins Ausland.

          Schon heute fliegt der ICE quer durch die französische Champagne nach Paris. Oder durch Flandern nach Brüssel. Ende des Jahres geht es sogar an die Côte d'Azur und bald durch den Kanaltunnel nach London. Und seine baugleichen Brüder fahren in Spanien, Russland und sogar in China.

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