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Zum vierten Mal in Folge : Die Reallöhne sind abermals gesunken

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Viele deutsche Arbeiter mussten 2007 Reallohneinbußen hinnehmen, beklagen die Gewerkschaften. Bild: ddp

An vielen Arbeitnehmern ist nach Einschätzung der Gewerkschaften der wirtschaftliche Aufschwung bislang vorbeigegangen. Im vergangenen Jahr mussten sie erneut Reallohnverluste hinnehmen, wie das gewerkschaftsnahe WSI-Tarifarchiv ermittelte.

          Trotz einer Tariferhöhung in vielen Branchen haben Arbeitnehmer im Jahr 2007 zum vierten Mal in Folge reale Lohneinbußen hinnehmen müssen. Die Einkommen seien im vergangenen Jahr um fast ein Prozent gesunken, teilte das gewerkschaftsnahe WSI-Tarifarchiv am Montag in Düsseldorf mit. Zwar legten die Bruttoeinkommen den Angaben zufolge im Schnitt um 1,3 Prozent zu. Die Lebenshaltungskosten stiegen mit 2,2 Prozent aber deutlich schneller.

          Die durchschnittliche Tarifsteigerung belief sich im vergangenen Jahr laut Tarifarchiv auf 2,2 Prozent. Dieser Zuwachs verlief den Berechnungen zufolge allerdings sehr unterschiedlich: „In vielen Wirtschaftszweigen haben die Beschäftigten bisher nicht vom Aufschwung profitiert“, sagt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck. Während die exportorientierten Branchen erneut Steigerungen oberhalb der Preissteigerungsrate zu verzeichnen hätten, lägen die Tarifzuwächse in den binnenmarktabhängigen Bereichen zum Teil weit darunter. Das Tarifniveau der ostdeutschen Beschäftigten liegt laut Tarifarchiv weiter im Schnitt bei 95,2 Prozent des Westniveaus.

          Keine Tarifsteigerungen im Einzelhandel

          Die insgesamt höchsten Zuwächse erzielten die Beschäftigten den Berechnungen zufolge im Investitionsgütergewerbe mit einer Tarifsteigerung von 3,4 Prozent. An zweiter Stelle folge das Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe mit 2,6 Prozent. Die geringsten Zuwächse mussten laut Tarifarchiv dagegen unter anderem Angestellte von Gebietskörperschaften mit 0,6 Prozent sowie Beschäftigte im Bereich privater Dienstleistungen oder gemeinnütziger Organisationen mit 1,4 Prozent hinnehmen.

          In manchen Branchen, wie dem Einzelhandel, seien überhaupt keine Tarifsteigerungen vereinbart worden, hieß es. Insgesamt haben die Gewerkschaften in Deutschland dem Tarifarchiv zufolge im vergangenen Jahr Lohn- und Gehaltstarifverträge für rund 9,1 Millionen Beschäftigte abgeschlossen.

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