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Wirtschaftskrise in Hellas : Griechenlands Ministerpräsident macht Mut für 2013

  • Aktualisiert am

Mit einem Feuerwerk wurde auch über der Akropolis das neue Jahr eingeläutet. Bild: dpa

„2013 werden wir die Wette um die Zukunft unseres Landes gewinnen“, sagte Antonis Samaras in seiner Neujahrsansprache. Unterdessen frisst sich die Rezession weiter in die griechische Wirtschaft und die U-Bahn-Fahrer in Athen streiken.

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          Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras hat in seiner Neujahrsansprache die Bevölkerung auf ein weiteres entbehrungsreiches Jahr eingestellt. 2013 werde „kein leichtes Jahr sein“. Ziel der Regierung sei es, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, damit die Menschen Arbeit finden könnten.

          In der vom staatlichen griechischen Fernsehen (ERT) ausgestrahlten Ansprache sagte Samaras, Griechenland habe unter den Fehlern der Vergangenheit einen Schlussstrich gezogen. „Wir haben 2012 mit der Vergangenheit abgerechnet. 2013 werden wir die Wette um die Zukunft (des Landes) gewinnen.“

          Das Jahr beginnt mit Streik

          Begonnen hat das Jahr in Griechenland unterdessen mit einem weiteren Streik. Aus Protest gegen soeben eingetretene neue Einkommenskürzungen legten die Stadt- und U-Bahn-Fahrer in Athen am
          Dienstag für 24 Stunden die Arbeit nieder. Im Rahmen des
          Sparprogramms wurden die Gehälter aller Beschäftigten in staatlichen
          und öffentlich-rechtlichen Unternehmen zum 1. Januar mit den
          Einkommen der Staatsbediensteten gleichgestellt.

          Das habe Einkommensverluste von bis zu 25 Prozent zur Folge, sagen die Gewerkschaften. Auch Renten und Pensionen wurden abermals gekürzt. Die Sparmaßnahmen sind Voraussetzung für weitere Hilfen für das in großen Finanzierungsschwierigkeiten steckende Land.

          Einzelhandelsumsatz sinkt weiter rapide

          Dabei macht sich die Rezession der griechischen Wirtschaft immer stärker bemerkbar. Der Einzelhandelsumsatz etwa fiel im Oktober um 18,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistikamt Elstat gerade mitgeteilt hat. Das war der stärkste Rückgang seit fast zwei Jahren.

          Ursächlich dafür ist, dass angesichts stark gestiegener Arbeitslosigkeit, höherer Steuern, sinkender Renten und Ausgabenkürzungen die griechischen Verbraucher immer weniger Geld in der Tasche haben. Im September war die Arbeitslosenquote auf den Rekordwert von 26 Prozent geklettert. Experten rechnen damit, dass die griechische Wirtschaftsleistung auch in diesem Jahr schrumpfen wird. Es wäre das sechste Jahr in Folge.

          Nächste Hilfszahlung im Januar

          Nach mehrmonatigen Verhandlungen und immer neuen Verzögerungen hatte die Eurogruppe erst am 17. Dezember ein weiteres Hilfspaket für
          Griechenland in Form von Notkrediten im Volumen von mehr als 49 Milliarden Euro freigegeben. Davon sind bereits mehr als 34 Milliarden an Athen geflossen.

          Die Zahlungen erfolgen nicht ohne Kontrollen über den Fortschritt der Reformbemühungen. Mitte Januar wird die Troika aus Experten der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Athen erwartet. Am 21. Januar soll die Eurogruppe grünes Licht für einen weiteren Teil dieser Hilfe in Höhe von 9,2 Milliarden Euro geben.

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