https://www.faz.net/-gqe-6z8zg

Wirtschaftsforschung : Gutachter sehen EZB-Unabhängigkeit gefährdet

  • Aktualisiert am

„Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Europäischen Zentralbank stehen auf dem Spiel“, sagt das Frühjahrsgutachten Bild: dapd

Am Donnerstag übergeben acht Wirtschaftsforschungsinstitute der Bundesregierung das Frühjahrsgutachten. Darin zeichnen sie ein günstigeres Bild der deutschen Konjunktur, haben nach F.A.Z.-Informationen aber zugleich große Sorge um die Glaubwürdigkeit der Europäischen Zentralbank. 

          1 Min.

          Die großen Wirtschaftsforschungsinstitute zeichnen in ihrer Gemeinschaftsdiagnose ein etwas günstigeres Bild für die deutsche Konjunktur, sie üben aber nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung deutliche Kritik an der Krisenpolitik in Europa. „Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Europäischen Zentralbank stehen auf dem Spiel“, schreiben die Ökonomen in ihrem noch unveröffentlichten Gutachten.

          Seit Beginn der Finanzkrise interveniere Zentralbank und stütze jetzt sogar indirekt Staatsfinanzen. Dies könne nicht mehr lange gut gehen. „Es besteht die Gefahr, dass die Geldpolitik aus ihrer inzwischen eingetretenen Zwangslage nicht mehr freikommt“, heißt es in dem Gutachten der acht Institute, das an diesem Donnerstag offiziell der Bundesregierung in Berlin übergeben wird.

          Zudem kritisieren die Ökonomen, dass Deutschland sein strukturelles Defizit trotz der recht günstigen Wirtschaftsentwicklung nicht ausreichend abbaue, während es in Europa als Lehrmeister auftritt. Für dieses Jahr erwarten sie ein Wachstum von 0,9 Prozent in Deutschland, im kommenden Jahr sogar 2,0 Prozent. Entsprechend der besseren Konjunktur sinke das Staatsdefizit 2013 auf 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

          „Die Institute meinen aber, dass das nicht reicht“, sagte eine mit dem Gutachten vertraute Person in Berlin. Denn die deutsche Wirtschaft ist wegen der zwei starken Aufschwungjahre hoch ausgelastet und kommt 2013 in die Überauslastung. Deshalb müsste der Staat nach der Schuldenbremse nicht nur kein Defizit, sondern einen Überschuss machen.

          Weitere Themen

          Was wissen Sie von 2019?

          Gewinnspiel : Was wissen Sie von 2019?

          Der Jahresrückblick als Quiz mit einem Auto als Hauptpreis: Was haben Sie sich gemerkt von Managern, Marken und der Politik? Noch drei Tage können Sie teilnehmen.

          Topmeldungen

          Britische Parlamentswahl : Auf Boris!

          Die Tories wollen die Parlamentswahl in alten Labour-Hochburgen gewinnen – vor allem im „Schwarzen Land“ in den West Midlands. Auch weil Parteichef Corbyn so unbeliebt ist, stehen ihre Chancen nicht schlecht.

          Zweiter Weltkrieg : Hemingway im Hürtgenwald

          Der amerikanische Schriftsteller nahm vor 75 Jahren an der grausamen Schlacht bei Aachen teil. Seine traumatischen Erlebnisse im Hürtgenwald brachte er aber nur in Ansätzen zu Papier.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.