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Weltwirtschaftsbericht : Währungsfonds warnt vor fragilem Finanzsystem

  • -Aktualisiert am

Hoffnungsvoller Blick in die Zukunft: Der IWF korrigiert seine Prognose nach oben Bild: AP

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet ein stärkeres Wachstum der Weltwirtschaft als im Vorjahr. Weil aber die Reparaturarbeiten an den Finanzsystemen in vielen Ländern noch nicht beendet seien, blieben noch viele Risiken, heißt es in dem neuen Bericht.

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          Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet ein stärkeres Wachstum der Weltwirtschaft als im Vorjahr. Nach seiner Prognose wird sie in diesem und im kommenden Jahr um rund 4 und 4,3 Prozent wachsen, nach einem Minus von 0,8 Prozent im vergangenen Jahr, heißt es in einem Bericht, den der Fonds am Dienstag vorgelegt hat. In vielen Industriestaaten und in einigen Schwellenländern bleibe die Finanzstabilität allerdings fragil. Die systemischen Risiken für das Finanzsystem hätten sich zwar weiter verringert, doch seien die Reparaturarbeiten bei weitem noch nicht beendet. Oberste Priorität müsse die Gesundung der Banken haben, um eine Normalisierung der Kreditvergabe sicherzustellen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die Erholung werde von Schlüsselländern in Asien angeführt. Die Wirtschaft in den Schwellen- und Entwicklungsländern soll mit 6 Prozent in diesem Jahr etwa dreimal so stark zulegen wie die der entwickelten Volkswirtschaften. Unter den entwickelten Volkswirtschaften würden die Vereinigten Staaten die Erholung mit einem Wachstum von 2,7 Prozent anführen, während die Wirtschaft im Euro-Raum mit 1 Prozent noch hinter Japan mit 1,7 Prozent zurückbliebe.

          Für Deutschland schätzt der Währungsfonds die wirtschaftlichen Aussichten ähnlich ein wie die Bundesregierung. An diesem Mittwoch wird Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in Berlin den Jahreswirtschaftsbericht vorstellen. Für 2010 rechnet die Regierung mit einem Wirtschaftswachstum von etwa 1,5 Prozent; im Herbst vergangenen Jahres war die Prognose mit 1,2 Prozent noch niedriger ausgefallen. Obwohl die wirtschaftliche Erholung schneller als erwartet eingesetzt habe, sei die Ausgangssituation für 2010 von einer starken Unterauslastung der Produktionskapazitäten geprägt, heißt es in dem Entwurf des Berichts, der dieser Zeitung vorliegt. Vor allem die Exportindustrie habe unter dem starken Rückgang der Nachfrage gelitten. Nun mehrten sich aber die Zeichen, dass sie sich spürbar erholen werde.

          Als Risiko für die Finanzstabilität bewertet der IWF die steigenden Staatsdefizite. Diese würden in den kommenden Jahren mindestens die private Kreditnachfrage verdrängen und die Erholung dämpfen. Ein größeres Risiko sei, dass die Regierungen auf die Staatsschuld höhere Zinsen zahlen müssten. Dies würde nach IWF-Einschätzung nicht nur die Wirtschaft belasten, sondern durch eine steilere Zinskurve auch viele Finanzhäuser negativ treffen. Der IWF empfiehlt den Regierungen, die für dieses Jahr angekündigten fiskalischen Stimuli voll einzusetzen, verbunden mit einer glaubwürdigen Strategie zum Defizitabbau.

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