https://www.faz.net/-gqe-7uydv

Währungsfonds : Ebola als Risiko für die Weltwirtschaft

  • Aktualisiert am

Soldaten des amerikanischen Militärs üben für den Kampf gegen Ebola Bild: Reuters

Mehr als 4000 Menschen sind bislang an dem tödlichen Ebola-Virus gestorben. Nun warnen IWF und Weltbank vor Schäden für die Wirtschaft. Ihre Erkenntnis: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat weder die Finanzmittel noch die Fähigkeit, konkret gegen Pandemien vorzugehen.

          Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank ist die Ebola-Epidemie in Afrika ein Risikofaktor für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Wie Weltbank-Präsident Jim Yong Kim bei der Jahrestagung beider Organisationen in Washington sagte, sieht er die Weltgemeinschaft im Kampf gegen Ebola ins Hintertreffen geraten. Kim forderte schnelle Gegenmaßnahmen und eine neue internationale Einrichtung, um gegen Epidemien wie Ebola frühzeitig auch finanziell vorgehen zu können. Hinter Kims Forderung steht die Erkenntnis, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO weder die Finanzmittel noch die Fähigkeit hat, konkret gegen Pandemien vorzugehen.

          Allerdings lassen sich die ökonomischen Folgen nur schwer abschätzen, weil sie entscheidend davon abhängen, wie schnell und wie weit das Virus sich ausbreitet. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wies in Washington darauf hin, dass die Krisenszenarien auf die wirtschaftliche Stimmung drückten. Er könne dies aber nicht quantifizieren.

          In einem für den IWF außergewöhnlichen Schritt hieß die geschäftsführende Direktorin Christine Lagarde es gut, wenn die am stärksten von Ebola betroffenen Länder Sierra Leone, Guinea und Liberia ihre Neuverschuldung erhöhten, um die Krise zu bekämpfen. Afrika gehört seit Jahren zu den am kräftigsten wachsenden Regionen der Welt. Der IWF prognostiziert den Ländern südlich der Sahara für das kommende Jahr ein Wachstum von 5,8 Prozent, nach 5,1 Prozent in diesem Jahr. Sollte die Krise sich ausweiten, könnte es aber dramatische Folgen für die Wirtschaft in Westafrika haben.

          Lage in Spanien „komplex und schwierig“

          Die Zahl der Ebola-Opfer in Westafrika ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf 4024 gestiegen. Insgesamt seien in Guinea, Liberia und Sierra Leone 8376 Menschen erkrankt, berichtete die WHO. Besonders dramatisch ist die Situation weiterhin in Liberia. Mehr als die Hälfte aller Opfer wurden dort verzeichnet. Unter den Toten sind auch insgesamt 233 Helfer aus dem Gesundheitsbereich. Der Ausbruch der Epidemie wurde im März erstmals umfassend beobachtet.

          Die spanische Regierung hat nach der Ansteckung einer Krankenpflegerin mit Ebola am Freitag einen Krisenstab eingesetzt. Die ressortübergreifende Kommission soll national alle Maßnahmen gegen die Krankheit koordinieren. Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte nach einem Besuch des Madrider Krankenhauses, in dem sich die Pflegerin angesteckt hatte, die Lage sei „komplex und schwierig“. Er sei jedoch „absolut überzeugt“ davon, dass alles getan werde, um die Krise zu überwinden.

          Weitere Themen

          Kampf gegen den Dampf Video-Seite öffnen

          San Francisco : Kampf gegen den Dampf

          Nicht nur das Rauchen, auch die Herstellung von E-Zigaretten wird in San Francisco verboten. Eine schwierige Situation für die Ortsansässigen wie Juul Labs, einer der größten Hersteller von E-Zigaretten.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.