https://www.faz.net/-gqe-8iuhx

Juni-Zahlen : Volkswirte: Arbeitslosigkeit sinkt auf rund 2,61 Millionen

  • Aktualisiert am

Keine dunklen Wolken über dem deutschen Arbeitsmarkt im Juni Bild: dpa

Erwerbslosenzahlen so niedrig wie selten zuvor - der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich nach Einschätzung von Volkswirten auch im Juni robust. Sorgen bereitet allerdings das britische Brexit-Votum.

          Volle Auftragsbücher der Unternehmen und Saisoneffekte haben die Zahl der Arbeitslosen nach Experteneinschätzung im Juni weiter sinken lassen. Insgesamt seien in dem Monat rund 2,61 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit gewesen; das wären rund 55.000 weniger als im Mai und rund 100.000 weniger als vor einem Jahr, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer dpa-Umfrage.

          Viele Unternehmen, vor allem in Dienstleistungsbranchen, suchten weiter nach Mitarbeitern. Zudem habe der Arbeitsmarkt von den Nachwehen des alljährlichen Frühjahrsaufschwungs profitiert, berichteten die Ökonomen. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen für Juni will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag veröffentlichen. Dabei dürfte auch das britische Brexit-Votum zur Sprache kommen.

          Die Volkswirte deutscher Großbanken gehen mehrheitlich davon aus, dass der geplante EU-Austritt Großbritanniens einen Schatten auf den deutschen Jobmarkt werfen könnte. Gerade in der von Großbritannien abhängigen Exportindustrie könnten künftig geplante Stellen unbesetzt bleiben und damit den seit Jahren anhaltenden Beschäftigungsaufbau bremsen, erklärten die Ökonomen in einer dpa-Umfrage.

          „Das ist für die deutsche Konjunktur ein klar negatives Signal“, meinte etwa DZ-Bank Volkswirt Michael Holstein. Wie stark sich der Brexit auf den Arbeitsmarkt auswirken werde, hänge davon ab, ob er sich in Großbritannien zur Wirtschaftskrise auswachsen und wie stark darunter die deutsche Wirtschaft leiden werde. Für Rolf Schneider von der Allianz hat der Brexit eine konjunkturdämpfende Wirkung“. Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld glaubt dagegen: „Prinzipiell wird die deutsche Wirtschaft den Brexit wegstecken“.

          Stellenindex bleibt gleich

          Derzeit zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt - gemessen am großen Stellenangebot - nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit allerdings noch robust. Vor allem mit dem Flüchtlingsmanagement entstünden weiter neue Stellen, unter anderem in öffentlichen Verwaltungen, bei Sicherheitsdiensten, Bauunternehmen und Sprachschulen, berichtete die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch.

          Insgesamt sei der Anstieg der Arbeitskräftenachfrage aber vorerst zum Stillstand gekommen. Der monatlich von der BA ermittelte Stellenindex BA-X verharrte im Juni mit 216 Punkten auf dem Niveau vom Mai, berichtete die Nürnberger Behörde. Damit liege die Zahl der offenen Stellen aber weiter so hoch wie nie seit Einführung des Indikators vor elf Jahren. Die Bundesbehörde führt dies unter anderem auf die gute wirtschaftliche Lage zurück.

          Weitere Themen

          60 Satelliten auf einmal ins All Video-Seite öffnen

          Internet 2.0 von SpaceX : 60 Satelliten auf einmal ins All

          Die erdnahen Trabanten stellen die erste Stufe eines geplanten Netzwerks des Internetdiensts Starlink dar, das Hochgeschwindigkeits-Internet für zahlende Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen soll. Starlink ist ein Projekt des Unternehmers Elon Musk.

          Topmeldungen

          Analyse der Europawahl : Grüne Großstädte – blauer Osten

          Die Grünen punkten bei der Europawahl in den Städten und in der Fläche, die AfD ist stärkste Kraft in Teilen Ostdeutschlands. Doch auch andere Entwicklungen sind bemerkenswert: Gab es einen Rezo-Effekt für die CDU? Und woher kommen die Stimmen für „Die Partei“?
          Wer wird die leeren Stühle im Plenarsaal der Bremer Bürgschaft besetzen? Noch liegt das amtliche Endergebnis der Wahl nicht vor.

          Nach der Bremenwahl : Viele Optionen, jede Menge Hürden

          Bremen steht auch nach der Bürgerschaftswahl spannende Tage bevor: Eine rechnerische Mehrheit gibt es für mehrere Bündnisse. Im Vordergrund stehen Rot-Rot-Grün und Jamaika – doch wie stehen ihre Chancen? Eine Analyse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.