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Vereinigte Staaten : Deutsche Unternehmen stützen die amerikanische Wirtschaft

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Bild: F.A.Z.

Mehr als 3.000 deutsche Unternehmen mit Sitz in den Vereinigten Staaten bieten rund 675.000 Arbeitsplätze. Auch der hohe Export in die Heimat macht Deutschland zu einem der wichtigsten Handelspartner.

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          Amerikanische Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen spielen eine bedeutende Rolle in der größten Volkswirtschaft der Erde. Das gilt sowohl für die Zahl der Arbeitsplätze als auch für die Investitionen in den Kapitalstock. Nur britische Gesellschaften investieren mehr Geld und beschäftigen mehr Mitarbeiter in Amerika als deutsche Unternehmen. Das geht aus einer Analyse hervor, die der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) dieser Tage in Washington vorgestellt haben.

          Demnach sind mehr als 3.000 deutsche Unternehmen in den Vereinigten Staaten tätig. Sie beschäftigten im Jahr 2003 - auf dieser Zeit beruht die Studie - fast 675.000 Menschen. Das entspricht 13 Prozent der rund 5,3 Millionen Arbeitsplätze, die insgesamt von ausländischen Unternehmen in Amerika angeboten werden. Damit belegt Deutschland den zweiten Platz hinter Großbritannien und vor Japan. Britische Unternehmen beschäftigen rund 1 Million Menschen in den Vereinigten Staaten, japanische Gesellschaften haben rund 600.000 Mitarbeiter.

          Deutsche Unternehmen investieren in Immobilien

          Von großer Bedeutung für die deutsche Industrie ist vor allem das Produzierende Gewerbe. In diesem Wirtschaftszweig beschäftigen von ausländischen Unternehmen nur japanische Gesellschaften (280.000) mehr Mitarbeiter als die deutschen (260.000). Deutsche, britische und japanische Unternehmen beschäftigen zusammen rund 795.000 Mitarbeiter im Produzierenden Gewerbe der Vereinigten Staaten, rund die Hälfte aller Beschäftigten von ausländischen Unternehmen in diesem Wirtschaftszweig.

          Als weiterer Beleg für die große Bedeutung deutscher Unternehmen in Amerika dient BDI und DIHK der Kapitalstock jener Firmen im Jahr 2003 in Gestalt von Fabriken, Gebäuden oder Maschinen. Fast 200 Milliarden Dollar sei dieser Kapitalstock wert; das entspreche rund einem Fünftel des Kapitalstocks im Besitz ausländischer Unternehmen in den Vereinigten Staaten. Auch hier wird die Rangliste angeführt von britischen Gesellschaften (209 Milliarden Dollar Investitionen), Japan belegt hinter Deutschland den dritten Platz mit 148 Milliarden Dollar. Eine beträchtliche Summe fließt der Studie zufolge auf den amerikanischen Immobilienmarkt, der seit Jahren einen kräftigen Aufschwung erlebt. Rund 22 Milliarden Dollar haben deutsche Unternehmen 2003 in amerikanische Immobilien investiert.

          Auch für den Export ein wichtiges Zielland

          „Die Tochtergesellschaften deutscher Firmen in Amerika produzieren nicht nur für den amerikanischen Markt, sie exportieren auch“, heißt es in der Analyse. Damit komme ihnen auch im Zusammenhang mit den Handelsströmen der Vereinigten Staaten eine große Bedeutung zu. Ein wichtiges Zielland sei Deutschland selbst. Im Jahr 2004 hätten die Vereinigten Staaten Waren für rund 30 Milliarden Dollar nach Deutschland ausgeführt. Rund 15 Prozent davon stammten von Unternehmen, deren Muttergesellschaften mehrheitlich in deutscher Hand sind. Es handelt sich beim Warenexport nach Deutschland vor allem um Autos, Autoteile, Flugzeuge, Computer und elektronische Geräte.

          Nicht namentlich erwähnt sind in der Studie beispielsweise BMW und Mercedes-Benz, die einige ihrer Modelle allein in ihren Werken im Süden der Vereinigten Staaten herstellen. Zu den beliebtesten Standorten deutscher Unternehmen zählen die Bundesstaaten Michigan, New York und Kalifornien. In Michigan, wo besonders viele Amerikaner mit deutschen Wurzeln leben, waren 2003 rund 80.000 Menschen in Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen beschäftigt, ein großer Teil im Verarbeitenden Gewerbe.

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