https://www.faz.net/-gqe-73ive

Trotz Sparbemühungen : Öffentliche Schulden auf Rekordhoch

  • Aktualisiert am

Die einst größte Landesbank wird abgewickelt Bild: REUTERS

Die öffentlichen Schulden in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2012 einen neuen Rekordstand erreicht. Ende Juni waren Bund, Länder und Gemeinden mit 2,082 Billionen Euro verschuldet - drei Prozent mehr als vor einem Jahr

          1 Min.

          Die öffentliche Verschuldung in Deutschland erreicht weiter neue Rekorde. Ende Juni waren Bund, Länder und Gemeinden einschließlich aller Extrahaushalte mit rund 2,082 Billionen Euro verschuldet, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Das waren 61,3 Milliarden Euro oder 3,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem 31. März 2012 ergab sich ein Anstieg um 2,0 Prozent oder 40,4 Milliarden Euro erhöht.

          Die Schulden des Bundes stiegen zum 30. Juni 2012 gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,5 Prozent oder 18,8 Milliarden Euro auf 1.306,3 Milliarden Euro. Die Länder waren am 30. Juni 2012 mit 643,1 Milliarden Euro verschuldet, dies entsprach einem Zuwachs von 6,2 Prozent oder 37,7 Milliarden Euro gegenüber dem 30. Juni 2011.

          Einen Großteil dieser Zunahme führen die Statistiker auf die Kosten der Restrukturierung der ehemaligen WestLB zurück. Die Verschuldung der Kommunen erhöhte sich binnen Jahresfrist um 3,7 Prozent oder 4,7 Milliarden auf 133,0 Milliarden Euro.

          Die Verschuldung der Gemeinden und Gemeindeverbände nahm im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent zu und betrug 133 Milliarden. Insbesondere die Kommunen in Hessen und Nordrhein-Westfalen trugen dazu bei. Die Gemeinden mussten vor allem mehr Kassenkredite aufnehmen (plus 9,2 Prozent) als im Vorjahr. Diese beliefen sich Ende Juni auf 47,9 Milliarden Euro. Die Kreditmarktschulden der Gemeinden erhöhten sich um 0,8 Prozent auf 85,2 Milliarden Euro.

          Die Statistik bildet auf der Basis vorläufiger Zahlen nur die Schulden der Kern- und Extrahaushalte ab, dazu gehören Sondervermögen und sogenannte Bad Banks, in die Banken etwa faule Papiere ausgelagert haben. Die Finanzlage der kommunalen Zweckverbände und der Sozialversicherung ist nicht enthalten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          „Executive Orders“ : Bidens radikale Abkehr von Trumps Kurs

          Der neue amerikanische Präsident ordnet schon kurz nach Amtsantritt eine Rückkehr der Vereinigten Staaten zum Pariser Klimaabkommen und zur WHO an. Auch hebt er Einreiseverbote auf und stoppt den Mauerbau zu Mexiko. Insgesamt unterschreibt er 17 Dekrete.
          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 20. Januar in Berlin

          Grenzkontrollen in der EU : Brüssel hat Merkels Warnschuss gehört

          Die Bundeskanzlerin droht angesichts der schnellen Verbreitung der neuen Virusvariante mit Grenzkontrollen. Sie will in der EU eine Testpflicht für Pendler aus Hochrisikogebieten durchsetzen. Diese Gebiete müssten aber erst einmal definiert werden.

          Nawalnyjs Blockbuster : Der Held kämpft in der Zelle

          Am orthodoxen Epiphaniasfest taucht auch Putin im Eiswasser unter, wie es Gläubige tun, um ihre Sünden abzuwaschen. Ist die Farbe seiner Badehose eine Anspielung auf Alexej Nawalnyj? Der Kremlkritiker inszeniert einen lebensgefährlichen Blockbuster.
          Die Burg Hohenzollern bei Bisingen (Baden-Württemberg)

          Hohenzollern-Ansprüche : Freispruch oder Klage

          Eigentlich ganz einfach: Der Kulturausschuss in Potsdam berät über die Hohenzollern-Ansprüche. Doch während die einen zum Verhandlungsstand vom Dezember 2018 zurückkehren wollen, haben andere genug vom Reden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.