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Sanktionen : Deutsche Exporte nach Russland brechen ein

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Ist die Party bald vorbei? Porsche feiert den 50. Geburtstag des 911 im Kaufhaus GUM am Roten Platz in Moskau. Bild: Picture-Alliance

Die Sanktionen gegen Russland wirken – auch in Deutschland. Die Ausfuhren sind im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent gesunken. Ein so heftiger Einbruch kommt für die Experten überraschend.

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          Die deutschen Exporte nach Russland brechen wegen der westlichen Sanktionen immer rasanter ein. Sie summierten sich im Januar auf nur noch knapp 1,44 Milliarden Euro - das sind gut eine Milliarde Euro oder 35,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlagen. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Oktober 2009, als die weltweite Finanzkrise die Ausfuhren drosselte.

          Der heftige Einbruch kommt überraschend, sagen Experten für 2015 doch einen nicht mehr ganz so starken Rückgang voraus. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet bislang ein Minus von maximal 15 Prozent, nachdem die Ausfuhren 2014 um mehr als 18 Prozent auf 29,3 Milliarden Euro gefallen waren. Deutschland liefert vor allem Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte nach Russland.

          Die Europäische Union hatte nach der Krim-Annexion Sanktionen gegen Russland verhängt, die wegen des Kampfes prorussischer Separatisten in der Ostukraine mehrfach verschärft wurden. Russland steckt zudem in der Rezession, während die heimische Währung Rubel kräftig abgewertet hat. Damit gehen enorme Kaufkraftverluste russischer Abnehmer einher, die ebenfalls die Nachfrage nach deutschen Waren drückt.

          Deutschland exportiert nicht nur weniger nach Russland, sondern importiert auch weniger aus dem Schwellenland. Die Einfuhren brachen im Januar ebenfalls um gut ein Drittel auf knapp 2,5 Milliarden Euro ein.

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