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OECD-Prognose : Deutschland wird Wachstums-Lokomotive

Bild: F.A.Z.

Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) sagt Deutschland für das kommende Jahr 2,5 Prozent Wachstum voraus. Gleichzeitig wird der Exportüberschuss weiter wachsen. Deshalb empfiehlt die Organisation Deutschland, sich als Standort attraktiver zu machen.

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          Getragen vom Welthandel wächst die deutsche Wirtschaft weiter kräftig. Für das kommende Jahr sagt die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) 2,5 Prozent Wachstum voraus. Die Nachfrage im Inland nimmt dabei zu, wird aber nicht ausreichen, um die Zunahme des Leistungsbilanzüberschusses zu bremsen. Das sind zwei der Kernaussagen im jüngsten Wirtschaftsausblick der OECD, der am Donnerstag in Paris vorgestellt wurde. Die Kritik aus dem Ausland an den Leistungsbilanzüberschüssen Deutschlands dürfte sich daher fortsetzen.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Die OECD sagt voraus, dass der Überschuss Deutschlands von 5,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in diesem Jahr auf 7 Prozent bis 2012 steigen werde. Dafür seien freilich weniger die Ausgaben der privaten Haushalte als die schwachen Investitionen der Unternehmen in ihrer Heimat verantwortlich. „Wenn die Unternehmen soviel in Deutschland investieren würden wie in den neunziger Jahren, dann wäre der Leistungsbilanzüberschuss halb so hoch“, sagte der OECD-Ökonom Felix Hüfner.

          Die Organisation empfiehlt Deutschland, sich als Standort attraktiver zu machen. Dafür müsste mehr in Bildung investiert, mehr Einwanderung Hochqualifizierter zugelassen und der Dienstleistungssektor stärker dereguliert werden. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle griff die Forderung auf: „Der Aufschwung darf nicht durch einen Mangel an Fachkräften behindert werden. Wir brauchen daher dringend mehr Zuwanderung von Fachkräften“, teilte er am Donnerstag mit.

          Kampf gegen die Krise bald ausgefochten

          Deutschland ist inzwischen nicht mehr nur Wachstumsmotor Europas, sondern auch der 33 Länder umfassenden OECD. Für 2010 erwarten die Ökonomen eine Erhöhung des deutschen BIP von 3,5 Prozent und für das kommende Jahr von 2,5 Prozent. Auch für 2012 sagt die OECD noch ein Plus von 2,25 Prozent voraus. Die Arbeitslosigkeit werde weiter deutlich fallen, was zu erheblichen Lohnsteigerungen führe. Dies käme dem privaten Konsum zugute.

          Den Kampf gegen die Krise habe Deutschland bald ausgefochten, schätzt die OECD. Im kommenden Jahr erreiche die Wirtschaftskraft wieder das Niveau von Anfang 2008 - dem höchsten Punkt vor Ausbruch der Krise.

          Insgesamt erholen sich die Industriestaaten jedoch etwas langsamer als erhofft. Der Übergang von befristeten Wachstumsimpulsen zu einem selbsttragenden Aufschwung verlaufe ungleichmäßig. Die OECD mahnt bei den verschuldeten Staaten die Haushaltskonsolidierung an. Das müsse nicht notwendigerweise die Konjunktur bremsen.

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